Radiologie up2date 2012; 12(02): 143-159
DOI: 10.1055/s-0032-1308903
Pulmonale und kardiovaskuläre Radiologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pulmonale Hypertonie – radiologische Diagnostik im klinischen Kontext

Pulmonary hypertension – radiological diagnostics in the clinical context
S. Ley
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Publication Date:
12 June 2012 (online)

Zusammenfassung

Eine pulmonale Hypertonie kann zahlreiche Ursachen haben, wobei der radiologischen Diagnostik die Aufgabe zukommt, zugrunde liegende Pathologien zu erkennen oder auszuschließen. Da eine pulmonale Hypertonie insgesamt selten ist und ihre klinischen Symptome unspezifisch sind, wird diese Erkrankung häufig spät diagnostiziert. In den radiologischen Untersuchungsmodalitäten, vor allem Thoraxröntgen und CT, gibt es allerdings spezifische Hinweise auf eine pulmonale Hypertonie, die nicht übersehen werden sollten. Um eine pulmonale Hypertonie zu verifizieren, ist allerdings nach wie vor eine invasive Druckmessung mittels Rechtsherzkatheter erforderlich, auch wenn es vielversprechende Ansätze gibt, dies nichtinvasiv mittels MRT zu bestimmen.

Abstract

Pulmonary hypertension (PH) has a broad differential and the radiological task is to define and characterize the pathophysiological background. The first part of the review is focused on the clinical categorization and specific features of the various groups of PH. Overall, PH is a rare disease and the clinical symptoms are non specific. Therefore, the disease is usually detected delayed. Each radiological technique, especially chest x-ray and CT, do show specific findings suggestive of PH, which will be discussed. Verification of the severity of PH is still a domain of invasive right heart catheterization. However, there are promising approaches using MRI to determine the pulmonary arterial pressure non-invasively.

Kernaussagen
  • Eine pulmonale Hypertonie begegnet dem Radiologen entweder als Zufallsbefund oder im Rahmen der systematischen Abklärung.

  • Die relative Häufigkeit von Patienten mit Linksherzerkrankungen und Lungenerkrankungen bedingt auch den relativ häufigen Zufallsbefund einer pulmonalen Hypertonie. Hierbei ist die zugrunde liegende Erkrankung bereits radiologisch gesichert und es erfolgt eine weitere gezielte kardiologisch/pulmonologische Abklärung.

  • Zur systematischen Abklärung einer pulmonalarteriellen Hypertonie (PAH) gibt es klare Leitlinien für die radiologische Kaskade. Die aktuelle Literaturlage weist allerdings darauf hin, dass eine CTA bei adäquater CT-Ausstattung die bisher empfohlene V/Q-Szintigrafie und die DSA verzichtbar machen.