Zusammenfassung
Es werden zwei Patienten mit plötzlichem Visusver-lust vorgestellt. Die Ursache hierfür
war neben einer Iridozyklitis eine Retinochorioiditis im ersten und eine Papillitis
im zweiten Fall. Bei beiden Patienten konnte aufgrund der positiven HIV-Titer, einer
Lymphopenie und eines erniedrigten T4-Helfer/T8-Suppressor-Quotienten, die vorher noch nicht bekannte Diagnose des erworbenen Immundefektsyndroms
(AIDS) gestellt werden. Im Fall der Retinochorioiditis kam es rasch zu einem Vollbild
des AIDS mit cerebraler Beteiligung. Eine Zytomegalie-Therapie mit DHPG sowie eine
Dreifach-Therapie gegen Toxoplasmose konnten einen deletären Verlauf innerhalb von
sechs Monaten nicht verhindern. Die Papillitis beim zweiten Patienten dagegen bildete
sich zurück und es kam bislang nicht zum Ausbruch schwerwiegender opportunistischer
Infektionen.
Summary
The authors report on two patients who presented with sudden loss of vision, due to
irodocyclitis and retinochoroiditis in one patient and optic neuritis in the other.
AIDS was diagnosed in both patients on the basis of a positive HIV antibody assay,
lymphopenia, and a reduced helper-to-suppressor subset ratio. Soon afterwards, the
patient with retinochoroiditis developed the full-blown picture of AIDS with cerebral
involvement. Neither anticytomegaly treatment with DHPG nor triple therapy for toxoplasmosis
was able to prevent the fatal course. The patient died within six months. In contrast,
the patient with optic neuritis recovered full visual acuity. So far there has been
no relapse, nor any opportunistic infection in other organs.