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DOI: 10.1055/s-2008-1047797
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
Diagnosen und klinische Ergebnisse bei älteren Patienten an einer internistischen Intensivstation*
Diagnosis and outcome in elderly patients in a medical intensive care unit * Diese Arbeit wurde dem JAMA für die Aktion »Global Theme Issue on Aging« gemeldet (siehe auch Seite A3)Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
25. März 2008 (online)
Zusammenfassung
Grundproblematik und Fragestellung: In der vorliegenden Untersuchung wurden die Daten von Patienten einer internistischen Intensivstation im Hinblick auf die Altersabhängigkeit der Patientencharakteristik und der klinischen Ergebnisse aufgearbeitet. Es wurde untersucht, ob das Alter einen unabhängigen prognostischen Parameter beim Intensivpatienten darstellt.
Patienten und Methodik: Von Oktober 1994 bis April 1996 wurden die Daten aller aufgenommenen Patienten prospektiv im Hinblick auf Demographie, Einweisungsdiagnose, APACHE-II-Score, Aufenthaltsdauer und Letalität untersucht. Die Patientendaten wurden einerseits nach Altersgruppen, andererseits nach klinischem Zustand bei der Aufnahme (APACHE-II-Score) stratifiziert.
Ergebnisse: Es gelangten 753 Patienten zur stationären Aufnahme. Der Anteil der Patienten mit einem Alter ≥ 65 Jahre betrug 56,2 % (n = 423). Eine Subgruppenanalyse innerhalb dieser Patientengruppe zeigte eine signifikante Abnahme der kardiovaskulären Einweisungsursachen mit fortschreitendem Alter (65-74 J.: 59 %, 75-84 J.: 55 %, ≥ 85 J.: 32 %), während bei den pulmonalen Erkrankungen ein gegenläufiger Trend festzustellen war (65-74 J.: 10 %, 75-84 J.: 19 %, ≥ 85 J.: 21 %). Eine signifikante Korrelation bestand für alle Patienten zwischen der Sterblichkeit und dem Schweregrad der Erkrankung zum Zeitpunkt der Aufnahme auf die Intensivstation (APACHE-II-Score) (P < 0,05). Die ältere Population (≥ 65 J.) wies höhere Werte für den APACHE-II-Score (17,4 versus 12,0, P < 0,05) und somit eine höhere Sterblichkeit im Vergleich zu den jüngeren Patienten (25 % versus ≥ 12 %, P < 0,01) auf.
Folgerung: Ein beträchtlicher Anteil der Patienten einer internistischen Intensivstation ist älter als 65 Jahre. Mit zunehmendem Alter der Patienten nahm die Häufigkeit kardialer Erkrankungen als Aufnahmegrund ab, während die pulmonalen Einweisungsdiagnosen zunahmen. Bei gleichem Schweregrad der Erkrankung fand sich die gleich hohe Letalität in den verschiedenen Altersgruppen.
Abstract
Objective: To ascertain prospectively whether age is an independent prognostic factor for patients in a medical intensive care unit (MICU).
Patients and methods: The data recorded prospectively for all patients admitted to a MICU between October 1994 and April 1996 were analysed with regard to demographic items, admission diagnosis. APACHE II score, days spent in the MICU and mortality rate. The data were arranged by age group and admission diagnosis (APACHE II score).
Results: 753 patients were admitted, 423 aged 65 or over (56.2 %). Analysis of subgroups among the latter revealed a significant decrease in cardiovascular admission diagnoses with increasing age (65-74 years: 59 %; 75-84: 55 %; 85 or over: 32 %), while the opposite trend pertained for pulmonary disease (65-74 years: 10 %; 75-84 %: 19 %; 85 or over: 21 %). There was a significant correlation for the total collective between mortality rate and severity of the disease on admission to the MICU (APACHE II score; P < 0.05). Those 65 years or older had a higher APACHE II score (17.4 vs 12.0; P < 0.05) and thus a higher mortality rate than the younger patients (25 % vs > 12 %; P < 0.01).
Conclusion: Many of the patients admitted to a MICU were aged over 65 years. The incidence of cardiovascular ailments on admission decreased with increasing age, while the opposite trend was true for pulmonary disease. There was no difference in mortality rate between different age groups given similar disease severity.
