ZFA (Stuttgart) 2006; 82(12): 549-555
DOI: 10.1055/s-2006-942306
Fortbildung

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Wegweiser für Patienten im Internet - Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen[1]

Guideposts for Patients in the Internet - If You Expect Wise Answers, You Have to Ask Sensible QuestionsC. Schürer-Maly1 , N. Koneczny1 , M. Butzlaff1 , 2 , H. C. Vollmar2
  • 1Medizinisches Wissensnetzwerk evidence.de, Universität Witten/Herdecke
  • 2Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin und ambulante Versorgung, Universität Witten/Herdecke
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Publication History

Publication Date:
02 January 2007 (online)

Zusammenfassung

Da die Zahl der Internetnutzer in Deutschland ständig zunimmt, nutzen sie das neue Medium auch vermehrt zur Suche nach Gesundheitsinformationen. Zur Internetnutzung für medizinische Themen liegen wenige Untersuchungen vor. In einer Studie hierzu gaben im Jahr 2004 über 50 Prozent der Teilnehmer an, im Internet nach Gesundheitsinformationen zu recherchieren. Dieser Begriff beinhaltet jedoch verschiedenste Themen von Wellness bis hin zu seltenen Erkrankungen. Die Qualität des unüberschaubaren Angebots und die dahinterstehenden Interessen sind jedoch sehr unterschiedlich. Bei denjenigen, die im Web nach medizinischen Informationen suchen, handelt es sich in der Mehrzahl um jüngere Menschen mit einer guten Schulbildung. Die meisten von ihnen informieren sich für den eigenen Bedarf. Bei den verwandten Suchinstrumenten überwiegen die großen Suchmaschinen wie Google oder Yahoo, „Lesezeichen” oder spezielle Suchstrategien werden kaum genutzt. Trotzdem finden die meisten Benutzer innerhalb kurzer Zeit Informationen zum gesuchten Thema. Allerdings sind sich dabei nur wenige von ihnen der Quellen der gefundenen Antworten bewusst. In letzter Zeit finden „Qualitätssiegel” wie HON oder afgis zunehmende Verbreitung. Allerdings garantieren auch sie keine 100-prozentige Sicherheit für aktuelle, hochwertige Informationen. Qualitätsinstrumente wie Discern/Check-in oder Manuale vom ÄZQ und IQWIG bieten Hilfe zur Erstellung und Beurteilung von medizinischen Informationen. Bei einer entsprechenden Befragung in den USA befürwortete der größte Teil der Patienten wie auch der Mediziner, dass Ärzte ihre Patienten auf qualitativ hochwertige Gesundheitsseiten hinweisen sollten. Hier liegen für die Ärzte Möglichkeiten neue Kompetenzen zu erwerben, deren Wert für die Patienten nicht unterschätzt werden sollte.

Abstract

The number of Germans using the Internet keeps constantly growing and the new medium is increasingly searched for health information. Few data are available about the Internet-use for medical questions. In a study addressing this topic in 2004, more than half of the participants declared to search the web for health information. But this term includes different topics - from wellness to orphan diseases. The quality of the immense choice as well as the interests of the providers are extremely diverse. The majority of people searching the web for medical information is rather young and well trained, mostly seeking for themselves. Big search engines such as Google or Yahoo are preferentially used; bookmarks, Boolean operators or specific search strategies are hardly applied. Nevertheless most users feel that they get their questions answered in appropriate time; but only a minority is aware about the sources of the information retrieved. Recently “certificates of quality” such as HON and afgis gain growing importance, although they do not guarantee updated and high quality information. Help to generate and check quality of medical information is offered through instruments like DISCERN/check-in and manuals provided by the AQUMED and the IQWIG. An American study showed, that the majority of patients as well as most physicians agreed, that doctors should indicate quality approved health care sites to their patients. For physicians this offers the opportunity to gain a new competence featuring a value for patients that should not be underestimated.

1 Johann Wolfgang von Goethe

Literatur

1 Johann Wolfgang von Goethe

Dr. med. C. Schürer-Maly

Universität Witten/Herdecke

Alfred-Herrhausen-Str. 50

58448 Witten

Email: schuerer@uni-wh.de

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