Dtsch Med Wochenschr 2003; 128(5): 204-209
DOI: 10.1055/s-2003-36983
Übersichten
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die Bedeutung der spezifischen Immuntherapie bei allergischem Asthma bronchiale

Specific immunotherapy in allergic asthmaA. Gillissen1 , K.-C Bergmann2 , J. Kleine-Tebbe3 , G. Schultze-Werninghaus4 , J. C. Virchow jun.5 , U. Wahn6 , J.-M Graf v. d. Schulenburg7
  • 1Robert Koch-Klinik, Städtisches Klinikum „St. Georg” Leipzig
  • 2Allergie- und Asthmaklinik Bad Lippspringe
  • 3Berlin
  • 4Berufsgenossenschaftliche Kliniken Bergmannsheil, Abt. für Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
  • 5Abt. für Pneumologie, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin, Universitätsklinikum Rostock
  • 6Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie, Universitätsklinikum Charité Berlin
  • 7Forschungsstelle für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung, Universität Hannover
Further Information

Publication History

eingereicht: 2.5.2002

akzeptiert: 16.10.2002

Publication Date:
30 January 2003 (online)

Zusammenfassung

Die immunologische Wirkung der SIT beruht auf einer funktionellen Umorientierung und Toleranzentwicklung antigenspezifischer T-Lymphozyten mit daraus resultierender verminderter allergischer Reaktionsbereitschaft und Entzündung. Die subkutane SIT ist für eine Reihe klinisch relevanter Inhalationsallergene (u. a. Birken-, Gräser- und Kräuterpollen, Hausstaubmilben, Tierepithelien) in kontrollierten Studien und Metaanalysen untersucht worden. Bei der SIT handelt es sich sowohl um einen kurativen als auch um einen präventiven Therapieansatz. Sie trägt zur Reduktion der Asthmasymptome und des Medikamentenverbrauchs bei und verbessert die spezifische und unspezifische bronchiale Hyperreaktivität. Sie eignet sich zur Behandlung des leichten bis moderaten allergischen Asthma bronchiale (Ein-Sekundenkapazität; FEV1 >70 % vom Sollwert), wenn:

  • die in Frage kommenden Allergene für das Asthma klinisch relevant sind (Auslösung oder Verschlimmerung einer Atemwegsobstruktion bei Allergenkontakt),

  • das betreffende Allergen nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand gemieden werden kann,

  • für die Behandlung qualitativ hochwertige Allergenextrakte zur Verfügung stehen,

  • keine Kontraindikationen bestehen,

  • Empfehlungen zur Indikation, Durchführung der SIT und Bereitstellung von Notfallmaßnahmen berücksichtigt werden,

  • eine zuverlässige Mitarbeit des Patienten gegeben ist.

Die SIT kann bei frühzeitigem Einsatz nach Diagnosestellung einer klinisch relevanten IgE-vermittelten Allergie der Atemwege weitere Sensibilisierungen, die allergische Entzündungsreaktion und das Auftreten eines Asthma bronchiale bei Allergikern verhindern oder reduzieren.

Literatur

Prof. Dr. A. Gillissen

Robert Koch-Klinik, Städtisches Klinikum „St. Georg”

Nikolai-Rumjanzew-Straße 100

04207 Leipzig

Phone: 0341/4231202

Fax: 0341/4231203

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