physioscience 2025; 21(S 01): S42
DOI: 10.1055/s-0045-1808187
Abstracts
Poster

Auswahl von Assessments zur Implementierung in die Routineversorgung: ein mehrstufiger Entscheidungsprozess mit Physiotherapeut*innen aus zehn neurologischen Einrichtungen einer Klinikgruppe

M Stadel
1   SRH Hochschule Heidelberg, Heidelberg, Germany
2   Universität Heidelberg, Heidelberg, Germany
,
M Neidig
1   SRH Hochschule Heidelberg, Heidelberg, Germany
,
M Marino
1   SRH Hochschule Heidelberg, Heidelberg, Germany
,
A Greisberger
3   FH Campus Wien, Wien, Austria
,
C Barthel
4   SRH Hochschule für Gesundheit, Gera, Germany
,
N M Salbach
5   Toronto Rehabilitation Institute-University Health Network, Toronto, Canada
,
M Jakobs
6   Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Germany
,
G Diermayr
1   SRH Hochschule Heidelberg, Heidelberg, Germany
› Institutsangaben
 

Einleitung Für die Rehabilitation von Personen mit neurologischen Erkrankungen empfehlen Leitlinien den Einsatz von Assessments zur Beurteilung von Balance und Mobilität [1] [2]. Um deren Anwendung in der Routineversorgung zu optimieren, sind theoriegeleitete Implementierungsinterventionen notwendig, die die späteren Nutzer*innen aktiv in den Implementierungsprozess einbinden [3] [4] [5].

Ziel der Studie war es, in einem partizipativen Entscheidungsprozesses mit Physiotherapeut*innen Assessments auszuwählen, die zur Beurteilung von Balance und Mobilität phasenübergreifend in zehn neurologischen Einrichtungen einer Klinikgruppe anwendbar sind.

Material und Methodik In Vorarbeiten wurden in deutschen Leitlinien empfohlene Assessments identifiziert. Für die Auswahl relevanter und praktikabler Assessments für die zehn Einrichtungen wurde das Option Matrix Tool genutzt [6]. In einer ersten Gruppendiskussion mit je einer physiotherapeutischen Vertreter*in pro Einrichtung wurden relevante Faktoren für die Auswahl der Assessments identifiziert und gewichtet. Qualitative und quantitative Daten wurden mittels Audioaufnahme, Whiteboardeinträge der Teilnehmer:innen und einer Online-Umfrage gesammelt und mittels strukturierter Inhaltsanalyse und deskriptiver Statistik ausgewertet. Anhand dieser Faktoren wurde in einem Expert*innen-Konsens eine Liste geeigneter Assessments erstellt und zur Diskussion in die physiotherapeutischen Teams der Einrichtungen gegeben. In einer zweiten Gruppendiskussion einigten sich die Vertreter*innen in einer soziokratischen Wahl [7] auf die zu implementierenden Assessments.

Ergebnisse In der ersten Gruppendiskussion wurden sieben relevante Faktoren (z.B. Gütekriterien und Einfachheit in der Durchführung) für die Auswahl der Assessments identifiziert. Anhand dieser wurden aus den zwölf in Leitlinien gefundenen Assessments konkrete Vorschläge für die Auswahl erarbeitet. In der zweiten Gruppendiskussion wurde der De Morton Mobility Index als primäres Assessment und weitere fünf optionale (sekundäre) Assessments für verschiedene Bewertungsbereiche ausgewählt.

Zusammenfassung Durch zwei Gruppendiskussionen wurde eine partizipative Entscheidung zur Auswahl von einem primären und fünf sekundären Assessments für die Beurteilung von Balance und Mobilität bei neurologischen Erkrankungen getroffen, welche im weiteren Projektverlauf settingübergreifend im Rahmen einer Implementierungsintervention in die Routineversorgung einer Klinikgruppe eingeführt werden.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
21. Mai 2025

© 2025. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany