Dtsch Med Wochenschr 2018; 143(07): 472-475
DOI: 10.1055/s-0044-100818
Klinischer Fortschritt
Infektiologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Prophylaxe und Therapie der Malaria: aktuelle Empfehlungen

Prophylaxis and Therapy of Malaria: Current Recommendations
Christof D. Vinnemeier
I. Medizinische Klinik und Poliklinik, Sektionen Infektiologie und Tropenmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf;
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg
,
Thierry Rolling
I. Medizinische Klinik und Poliklinik, Sektionen Infektiologie und Tropenmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf;
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg
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Publication Date:
03 April 2018 (online)

Was ist neu?

Epidemiologie Weltweit sind die Malaria-Inzidenzen rückläufig. Die Zahl der nach Deutschland importierten Fälle blieb zuletzt auf hohem Niveau stabil. Von größter Bedeutung ist es gut bekannte Risikogruppen mit Beratungsangeboten zu erreichen, z. B. Reisende auf Verwandtenbesuch in Endemiegebieten.

Prophylaxe Mefloquin steht seit 2013 in Deutschland nur noch als Einzelimport zur Verfügung, bleibt jedoch für bestimmte Personengruppen weiter ein wichtiges Prophylaktikum. Die notfallmäßige Selbsttherapie der Malaria, die gängige Praxis für Reisende in Länder mit niedrigem und mittlerem Übertragungsrisiko ist, wird in der Reisemedizin zunehmend kritisiert und sollte zielgerichteter eingesetzt werden.

Therapie der Malaria tropica Patienten mit einem höheren Körpergewicht müssen nach einer Therapie engmaschig nachbeobachtet werden, da sie ein höheres Risiko einer Rekrudeszenz haben. Artesunat ist Mittel der Wahl zur Therapie der komplizierten Malaria tropica. Auch hier ist eine konsequente Kontrolle nach Therapieende notwendig, um eine mit Artesunat assoziierte hämolytische Anämie frühzeitig zu erfassen.

Malaria tertiana Seit 2014 gab es in Deutschland eine Zunahme von Patienten mit einer Malaria tertiana, insbesondere bei Migranten aus Eritrea. Aufgrund der unzureichenden Gesundheitsversorgung der Flüchtenden haben nicht alle Patienten die bei Plasmodium vivax notwendige Rezidivprophylaxe mit Primaquin erhalten.

Abstract

Malaria incidence is decreasing on a global scale, while the number of imported cases has remained at a high level in Germany. To decrease this number, counselling of travellers to malaria-endemic regions is important. Patients to high risk countries need regular chemoprophylaxis. The alternative of stand-by emergency treatment for travellers to regions with low or medium risk has been met with growing criticism. For the treatment of all malaria cases, artemisinins are a mainstay of treatment. Regular follow-up is warranted to prevent relapses. After treatment with intravenous artesunate for complicated malaria, delayed haemolysis must be kept in mind. A special situation has risen in Germany since 2014 with a growing number of Eritrean migrants presenting with Plasmodium vivax malaria. These patients need an additional course of primaquine to prevent relapses.