Open Access
CC BY-NC-ND 4.0 · Klin Monbl Augenheilkd 2017; 234(10): 1283-1293
DOI: 10.1055/s-0043-114419
Offene Korrespondenz
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

1850 – 2017: Augenheilkunde im Spiegel der (deutschen) Geschichte

1850 – 2017: Ophthalmology in the Mirror of (German) History

Autor*innen

  • Jens Martin Rohrbach

    Department für Augenheilkunde, Forschungsbereich Geschichte der Augenheilkunde/Ophthalmopathologisches Labor, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
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Publikationsverlauf

eingereicht 07. März 2017

akzeptiert 10. März 2017

Publikationsdatum:
29. September 2017 (online)

Meine Damen und Herren,

ich habe mich in den letzten Jahren mit Albrecht von Graefe (1828 – 1870; [Abb. 1]) befasst, sodass ich ihn heute gern als meinen „guten Kumpel“ bezeichne [1], [2], [3], [4], [5]. Daher ist der Preis, der seinen Namen trägt und für den ich der DOG sehr danke, für mich besondere Freude und Verpflichtung zugleich. Gewürdigt wurden von der DOG vor allem ophthalmohistorische Forschungen aus den letzten 20 Jahren. Das Thema soll deshalb heute ein geschichtliches sein: 1850 – 2017: Augenheilkunde im Spiegel der (deutschen) Geschichte. Wenn „deutschen“ in Klammern gesetzt ist, dann deshalb, weil es um unsere eigene Geschichte gehen soll, diese aber natürlich ein wesentlicher Teil der europäischen und der globalen Geschichte ist. Dank der epochalen, 4700-seitigen „Geschichte der Augenheilkunde“ von Julius Hirschberg (1843 – 1925) kennt unser Fachgebiet die eigene Historie besser als dies bei allen anderen medizinischen Fachdisziplinen der Fall ist. Und völlig zu Recht meinte Rudolf Virchow (1821 – 1902) einmal: „Für mich beginnt die Medicin nicht von heute, und ich halte es für unmöglich, darin ganz zu Hause zu sein, wenn man sie nicht genetisch auffasst.“ [6].