Dtsch med Wochenschr 2017; 142(11): 850
DOI: 10.1055/s-0043-109621
Mitteilungen der DGIM
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Bericht über die DGIM-Förderakademie 3. Modul März 2017

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Publication Date:
31 May 2017 (online)

Die dritte Auflage der DGIM-Förderakademie schlossen die Teilnehmer des Jahrgangs 2016/2017 mit dem dritten Modul am 3. und 4. März 2017 in Wiesbaden ab.

Das dritte Modul widmete sich am ersten Tag zum einen der Wiederholung, Vertiefung und Anwendung von bereits gelernten Inhalten der ersten zwei Module. Am zweiten Tag schlug es jedoch ein völlig neues Kapitel auf, nämlich die Wirtschaftlichkeit eines Krankenhausbetriebes und Möglichkeiten, diesen Faktor zu beeinflussen.

Der erste Teil wurde von Referent Bert Kruska angeleitet, einem aus Gelsenkirchen stammenden, charismatischen, freiberuflichen Personaltrainer aus Leidenschaft. Mit seiner unkonventionellen Art und anhand des sogenannten „Seerosenmodells“ (Edgar Schein) überzeugte er uns, dass es wichtig ist, sich auf Konfliktgespräche ausreichend vorzubereiten, immer ein lang- und kurzfristiges Ziel vor Augen zu behalten und auch etwas von unseren Gefühlen preiszugeben. Vielen von uns fällt es schwer, diese auf den ersten Blick einfachen Regeln in die Praxis umzusetzen. Anhand der Rollenspiele war jedoch ersichtlich, dass wir gewisse, in den ersten beiden Modulen erlernte Gesprächsstrategien, Ich-Botschaften und Selbstkundgaben doch schon verinnerlicht hatten und entsprechend anwenden können – oder zumindest eigenständig Verbesserungspotenzial erkannten.

Besondere Relevanz für ein befriedigendes Berufs- und Privatleben hat die Aufgabe, uns nicht zu lange an Dingen aufzuhalten, die wir weder beeinflussen noch ändern können, da das Leben einfach zu kurz dafür ist und wertvolle Ressourcen unnötig verschwendet werden.

Den gesellschaftlichen Höhepunkt und Ausklang des Tages bildete das Get-together in der Hubertushütte, einem Ausflugslokal außerhalb von Wiesbaden mit exzellentem Essen und Wein. Der Abend gab Anlass zu einem ausgelassenen Erfahrungsaustausch im persönlichen, wissenschaftlichen und medizinisch-fachlichen Bereich.

Am zweiten Tag versuchte Referent Malte Salmen vom MLP in Heidelberg – in Kooperation mit der Manfred-Lautenschläger-Stiftung, unserer Gruppe betriebswirtschaftlich unbefleckter Mediziner mit großer Geduld die Grundlagen der BWL zu vermitteln: Dies ist ihm auf spektakuläre Weise gelungen. Auch das DRG-System, Grundlage eines jeden Krankenhausarztes, ist uns allen nun verständlicher. Monopoly-Stimmung kam während des Planspiels „Hospital Akut“ auf, wo wir mit Münzen und Akten die Patienten- und Geldströme in und aus einem Krankenhaus simulieren durften. Das große Erstaunen unsererseits darüber, dass drei Teams am Ende einer nicht allzu komplizierten Rechenaktion drei völlig verschiedene Ergebnisse erzielten, nahm Malte Salmen gelassen hin. Dass die Abweichungen sonst noch größer seien, beruhigte uns auf gewisse Art und Weise.

Der Tag führte bei uns zu rauchenden Köpfen und mehr Ehrfurcht vor dem (profitablen) Krankenhausmanagement. Ob die Teilnehmer jedoch gewillt sind, im Alltag Maßnahmen zu ergreifen, um die Rentabilität ihrer Klinik zu erhöhen, bleibt abzuwarten.

Als Fazit können gerade diejenigen, die alle drei Module wahrgenommen haben, behaupten, ihren Horizont sehr erweitert zu haben. Die vermittelten Inhalte sind von hoher Relevanz für die Zielgruppe. Dank des ausgereiften Konzeptes der DGIM-Förderakademie mit ihrer kompetitiven Auswahl der Stipendiaten, der guten Betreuung davor und vor Ort sowie der zeitlich exzellenten Abstimmung der Inhalte finden sich Ärzte mit intrinsischer Motivation zusammen. Ihnen ist es ein Anliegen, ihre Persönlichkeit und Kommunikationsfähigkeiten weiterzuentwickeln und das Gelernte täglich anzuwenden – in der Hoffnung, eine neue zeitgemäße Führungskultur in die Medizin zu bringen. Dafür danken wir dem Team der DGIM-Förderakademie.

PD Dr. med. Miriam Stengel
Oberärztin, Zentrum für Innere Medizin
HELIOS Klinik Zerbst/Anhalt

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DGIM-Nachwuchsförderung: Teilnehmer des Moduls 1 und 2 der DGIM-Förderakademie. Foto: privat
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Teilnehmer des Moduls 3 der DGIM-Förderakademie. Foto: privat