Dtsch med Wochenschr 2017; 142(11): 816-820
DOI: 10.1055/s-0042-123146
Klinischer Fortschritt
Kardiologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Update Dyslipidämien – Kommentar zur aktualisierten ESC/EAS-Leitlinie 2016

Update Dyslipidaemias – Comments on the 2016 ESC/EAS Guidelines for the Management of Dyslipidaemias
David Sinning
1  Klinik für Kardiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
,
Ulf Landmesser
1  Klinik für Kardiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
2  Berlin Institute of Health (BIH), Berlin, Deutschland
3  Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Berlin
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Publication History

Publication Date:
31 May 2017 (online)

Was ist neu?

Risikostratifizierung Für eine geeignete therapeutische Strategie zur kardiovaskulären Prävention werden in der aktuellen ESC/EAS-Leitlinie 4 Risikokategorien definiert. Risiko-modulierende Faktoren sind u. a. eine atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung, ein bestehender Diabetes mellitus und ein bereits manifester Endorganschaden.

LDL-C als primäres Therapieziel Das LDL-Cholesterin wird als der primäre therapeutische Zielwert für die kardiovaskuläre Prävention empfohlen. Das HDL-Cholesterin wird in den aktuellen Leitlinien nicht als therapeutischer Zielwert empfohlen. Neben dem Erreichen eines LDL-C-Zielwertes (z. B. < 70 mg/dl für Patienten mit sehr hohem kardiovaskulärem Risiko) wird nun gleichzeitig eine LDL-C-Senkung um mehr als 50 % bei Patienten mit hohem und sehr hohem kardiovaskulärem Risiko als Therapieziel empfohlen, wenn ein gering oder moderat erhöhter LDL-C-Ausgangswert vorliegt.

Lipidmodifizierende Therapie Wenn der jeweilige LDL-C-Zielwert unter alleiniger Statintherapie in maximal verträglicher Dosis nicht erreicht wird, sollte eine zusätzliche Therapie mit Ezetimib erwogen werden. Des Weiteren besteht nunmehr bei Patienten mit sehr hohen LDL-Cholesterinspiegeln trotz einer maximal verträglichen Statin/Ezetimib-Therapie die Möglichkeit der effektiven LDL-C-Reduktion mittels PCSK9-Inhibition.