Akt Neurol 2016; 43(03): 152-157
DOI: 10.1055/s-0042-101543
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Validierung des Proxy Alzheimer Disease-Fragebogens bei Angehörigen von Morbus Alzheimer-Patienten

Validation of the Proxy Alzheimer Disease Questionnaire with Family Members of Patients with Alzheimer’s Disease
F. Kreimendahl
1  Institut für Empirische Gesundheitsökonomie, Biometrie, Burscheid
,
D. Becka
2  Abteilung für Allgemeinmedizin, Ruhr Universität Bochum, Bochum
,
B. Huenges
2  Abteilung für Allgemeinmedizin, Ruhr Universität Bochum, Bochum
,
R. P. T. Rychlik
2  Abteilung für Allgemeinmedizin, Ruhr Universität Bochum, Bochum
,
H. Rusche
2  Abteilung für Allgemeinmedizin, Ruhr Universität Bochum, Bochum
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
11 April 2016 (online)

Zusammenfassung

Ziel der Studie: Ausgehend von der These, dass die Pflege von Demenzpatienten durch Angehörige hohe physische und psychische Belastungen nach sich ziehen kann, wurde ein Fragebogen für Angehörige von Demenzerkrankten entwickelt und validiert. Mithilfe des Fragebogens wird der von Angehörigen subjektiv empfundene Nutzen der Therapie von Morbus Alzheimer erfasst, indem Angehörige verschiedene Nutzenaspekte (z. B. Pflegeaufwand, Stress, soziale Kontakte) nach persönlicher Relevanz beurteilen.

Methodik: Die Studie umfasste die Befragung pflegender Angehöriger von Demenzpatienten (n=132) zu Belastungen und zum subjektiven Therapienutzen zum Zweck der Validierung des neu entwickelten Fragebogens.

Ergebnisse: Die starke positive und signifikante Korrelation des Gesamtscores spricht dafür, dass zu beiden Zeitpunkten dasselbe Konstrukt gemessen wurde und es sich somit um ein valides Instrument handelt. Die 3 wichtigsten Nutzenaspekte von Therapien zur Behandlung demenzieller Erkrankungen für Angehörige beziehen sich auf den Nutzen für den Zustand der erkrankten Person: „Verlängerung eines würdigen Lebens“, „Verlängerung der Kommunikationsfähigkeit im Krankheitsverlauf“ und „Erleichterung, dass es meinem Angehörigen besser geht“.

Schlussfolgerung: Mithilfe des validierten Instrumentariums wird der zusätzliche Nutzen von Therapien zur Behandlung demenzieller Erkrankungen für Angehörige evaluiert. Entsprechend können Therapien in Zukunft auch hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die persönliche Situation pflegender Angehöriger beurteilt und ausgewählt werden. Insofern kann das Instrumentarium dazu beitragen, die pflegerischen Kapazitäten und Fähigkeiten der Angehörigen bei einer gleichzeitig hohen Versorgungsqualität für Alzheimer-Patienten langfristig zu erhalten bzw. zu verbessern.

Abstract

Aim of the study: Family members caring for patients with dementia in a homecare setting often suffer from great physical and psychological stress. In order to find out the kind of therapy that also provides benefits for family carers, a questionnaire was developed and validated in the present study. The questionnaire lists different aspects of benefit (investments in care, stress, social participation and contacts) of Alzheimer therapy that should be rated from the point of view of the family carers.

Methods: In the present study, the questionnaire was validated by asking family carers of patients with Alzheimer’s (n=132) about their subjective views on the benefit of Alzheimer therapy

Results: The strong and significant correlation indicates that the same construct was measured at both times of measurement and establishes the validity of the questionnaire. The most important aspects of benefit family carers mentioned concern benefits for the patient more than benefits for the family carers themselves, e. g. “prolongation of a dignified life”, “prolonging the ability to communicate”, “relief about an improved state of the patient”.

Conclusion: The questionnaire is valid for evaluating Alzheimer therapy with regard to its benefit for family carers. In future, the choice of therapy should be based to a greater extent on its impact on the personal situation of family carers. The validated instrument would thus contribute to maintaining and prolonging family carers’ capacities for providing good care at home.