Anästhesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther 2014; 49(9): 544-554
DOI: 10.1055/s-0034-1390059
Fachwissen
Notfallmedizin Topthema: Innerklinisches Traumamanagement
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Innerklinisches Traumamanagement – Seltenes ist selten: Zeugen Jehovas, Patienten mit Infektionskrankheiten, Schwangere und Kinder im Schockraum

In-hospital trauma management – Beyond routine in trauma resuscitation
Caroline L López
,
Thomas Meyer
,
Stefan Heuer
,
Peter Kranke
,
Florian Debus
,
Thomas Wurmb
,
Christian A Kühne
Further Information

Publication History

Publication Date:
19 September 2014 (online)

Zusammenfassung

Die Schockraumversorgung schwer verletzter Patienten ist zeitkritisch, komplex und durch eine hohe Gleichzeitigkeit an zu lösenden Problemen gekennzeichnet. Dieser Schwierigkeitsgrad steigt weiter, wenn ein Patient Besonderheiten aufweist, die außerhalb der Versorgungsroutine liegen. Patienten mit Infektionskrankheiten, Zeugen Jehovas, Kinder und schwangere Patienten gehören sicher nicht zur täglichen Routine und Unsicherheiten bei ihrer Versorgung sind ohne entsprechende Vorbereitung zu erwarten. Ziel dieses Artikels ist es, diese Vorbereitung und einen strukturierten Umgang mit solchen Patienten zu vermitteln.

Abstract

Trauma resuscitation in children, pregnant women, Jehovah's witnesses or in patients with infectious diseases like HIV is obviously beyond routine. This may result in uncertainty how to manage these patients appropriately. Preparation for such situations is essential. Therefore this article focuses on the specific problems associated with these kinds of patients.

Kernaussagen

  • Wer die Leitung des mulitprofessionellen und interdisziplinären Schockraumteams übernimmt, sollte klar geregelt sein.

  • Das Risiko einer Verletzung oder Infektion im Schockraum lässt sich durch entsprechende Schutzmaßnahmen minimieren.

  • Für die Behandlung von Patienten, die bestimmten Religionsgruppen wie z. B. den Zeugen Jehovas oder den Evangelischen Glaubensbrüdern angehören, sollten Algorithmen vorliegen, in denen die medizinischen und rechtlichen Behandlungsoptionen aufgeführt sind.

  • Polytraumatisierte Kinder zeigen aufgrund ihrer besonderen Anatomie charakteristische Verletzungskombinationen. Sie sollten möglichst in einem primären Traumazentrum mit kinderchirurgischer Ausrichtung versorgt werden.

  • Bei schwer verletzten Schwangeren sollte eine mögliche Plazentalösung und Uterusruptur sowie ein Vena-cava-Kompressionssyndrom berücksichtigt werden.

Ergänzendes Material