Klin Monbl Augenheilkd 2014; 231(4): 436-438
DOI: 10.1055/s-0034-1368249
Der interessante Fall
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ungewöhnliche Präsentation eines isolierten razemösen Hämangioms der Netzhaut mit Involution nach Zentralvenenverschluss

Unusual Presentation of a Racemose Haemangioma of the Retina with Involution after Central Retinal Vein Occlusion
B. M. Stoffelns
Augenklinik der Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg-Universität Mainz , (Direktor: Univ.-Prof. Dr. med. N. Pfeiffer)
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Publikationsdatum:
25. April 2014 (online)

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Hintergrund

Das razemöse Hämangiom der Netzhaut (Erstbeschreiber Hugo Magnus aus Breslau 1874 [1], Synonym: aneurysmatische Varix) ist eine kongenitale, sporadisch auftretende Gefäßmalformation, bei der eine beschleunigte Blutströmung vorliegt infolge eines direkten Übergangs der retinalen Arteriole in die Venole ohne Zwischenschaltung eines Kapillarnetzes. Da Hämangiom, Aneurysma und Varix histologisch unzutreffende Bezeichnungen sind, sollte besser von einer arteriovenösen Malformation gesprochen werden [2]. Sobald gelegentlich einseitige Gefäßmalformationen im Kopfbereich assoziiert sind, spricht man vom Wyburn-Mason-Syndrom. Eine neuroradiologische Untersuchung sollte immer durchgeführt werden, um frühzeitig assoziierte intrazerebrale oder orbitale Gefäßläsionen zu erkennen. Isolierte retinale arteriovenösen Malformationen werden häufig als Zufallsbefund in der Adoleszenz entdeckt, können jedoch zu schwerwiegenden Komplikationen wie vaskuläre Verschlüsse, Netzhaut- und Glaskörperblutung, Rubeosis oder Phtisis führen [3], [4], [5]. Die vorliegende Kasuistik beschreibt den ungewöhnlichen Krankheitsverlauf einer isolierten retinalen arteriovenösen Malformation mit subtotaler Involution nach Zentralvenenverschluss.