Ernährung & Medizin 2012; 27(2): 67-72
DOI: 10.1055/s-0031-1298109
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Erhöhung von LDL-Cholesterin durch Omega-3-Fettsäuren – kein Hinweis auf KHK-Risiko

Peter Singer
1  Berlin
,
Iris Löhlein
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Publication Date:
29 June 2012 (online)

Zusammenfassung

Die stärkste Wirkung von Omega-3-Fettsäuren auf den Fettstoffwechsel ist die Senkung von Triglyzeriden im Blut. Je höher deren Ausgangswerte sind, desto stärker ist ihr Abfall. Dieser ist nicht nur mit einem Anstieg des HDL-Cholesterins verbunden. Bei hohen initialen Triglyzeridkonzentrationen kann außerdem das LDL-Cholesterin ansteigen. Der LDL-/HDL-Quotient bleibt dabei unverändert. Die Erhöhung von LDL-Cholesterin erfolgt in der Regel nur passager, ist biochemisch erklärbar und stellt nach allen vorliegenden Befunden kein (zusätzliches) kardiovaskuläres Risiko dar. Die Kombination von Omega-3-Fettsäuren und Statinen – in Form einer Dauerbehandlung – ist eine günstige Therapieoption für kombinierte Hyperlipidämien (Erhöhung von Triglyzeriden plus LDL-Cholesterin), das metabolische Syndrom und die Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse.