Sprache · Stimme · Gehör 2011; 35(1): e34-e41
DOI: 10.1055/s-0029-1246205
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einfluss von Therapiebegleithunden auf die Lernkompetenz von Kindern in der Sprachübungstherapie

Influence of Therapy Dogs on the Learning Abilities in Speech Therapy with ChildrenD. I. Siemons-Lühring1
  • 1Logopädische Praxis Therapieteam Borghorst, Steinfurt
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Publication Date:
11 March 2010 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund: Klinische Beobachtungen in der Sprachübungstherapie von Kindern lassen vermuten, dass der Einsatz eines Therapiebegleithundes unter bestimmten Bedingungen die Lernkompetenz verbessern kann. In der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, ob sich ein Therapiebegleithund auf die Lernkompetenz von Kindern im Rahmen einer Sprachübungsbehandlung positiv auswirkt und ob ggf. eine positive Wirkung mit entsprechender Evidenz validiert werden kann.

Methodik: Die Untersuchung wurde mit 22 sprachauffälligen Kindern durchgeführt. Es fanden 2 Messungen innerhalb von 2–4 Wochen statt, wobei die Kinder ihre eigene Kontrollgruppe bildeten. Anhand einer Nachsprechaufgabe (32 Items) wurden die Fehlerquoten und die Zahl der Ablenker gezählt.

Ergebnisse: Die multivariate Analyse der Ergebnisse zeigte einen positiven signifikanten Effekt auf die mnestischen Kompetenzen bei Einsatz des Therapiebegleithundes.

Diskussion: Die hier vorgestellten Daten deuten darauf hin, dass durch den Einsatz eines Therapiebegleithundes das Lernverhalten respektive die mnestischen Fähigkeiten von sprachgestörten Kindern in der Sprachübungsbehandlung positiv beeinflusst werden kann. Somit können diese Ergebnisse auch die Planung weiterer empirischen Studien mit höherem Evidenzgrad stimulieren.

Abstract

Background: Clinical observations in speech therapy with children indicate an improvement of the learning abilities in sessions with a therapy dog. The aim of this study was to evaluate if the presence of a dog during therapy sessions with children with language disorders has a positive effect for learning.

Methods: A group of 22 children, with language disorders, undergoing speech therapy, were examined in 2 sessions within an interval of 2–4 weeks. They formed their own control group. A memory task with 32 items was accomplished. The number of failures and the number of distraction signs was determined.

Results: A MANOVA revealed a significant positive effect for the assignment of a therapy dog in speech therapy.

Discussion: Our results confirm anecdotic observations that animal-assisted therapy may be beneficial for learning competence in children with language disorders. Hence they should stimulate further clinical studies with higher evidence levels.

Literatur

Korrespondenzadresse

D. I. Siemons-Lühring

staatl. anerk. Logopädin

MSc Logopädische Praxis

Therapieteam Borghorst

Kolpingstraße 1a

48565 Steinfurt

Email: DSiemonsLuehring@web.de

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