Dtsch Med Wochenschr 1906; 32(26): 1047
DOI: 10.1055/s-0028-1142118
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© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Serviettenhüllen aus Celluloid

George Meyer (Berlin)
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Publication Date:
10 August 2009 (online)

Serviettenhüllen aus Celluloid

Zusammenfassung

Die Empfehlung seitens des Herrn Kollegen Edel in No. 21 dieser Wochenschrift veranlaßt mich, auf eine von mir bereits vor mehr als 20 Jahren gebrauchte, einfache Einrichtung hinzuweisen, welche überall in jeder Familie schnell und billig herzustellen, leicht anzuwenden und ausgiebig zu desinfizieren ist. Ich ließ mir damals in meinem Hause eine Serviettenhülle aus doppelt gummiertem Wachstuchstoff, wie solcher zum Aufnähen von Stickereien der Damen gebraucht wird, herstellen. Dieser Stoff, auf einer Seite dunkelgrün, auf der andern schwarz, ermöglicht ohne weiteres eine leichte Unterscheidung der beiden Flächen, sodaß stets die gleiche Seite des Ueberzugs mit der Mundtuchoberfläche in Berührung kommt. Nachdem das Mundtuch in das viereckige Stück Wachstuch gewickelt ist. wird außen der Mundtuchring übergezogen.

Die Notwendigkeit solcher Hüllen, besonders in Gasthäusern, aber auch in der Familie selbst, habe ich in Wort und Schrift häufig dargelegt. Die Behandlung der Tisch-, Leib- und Bettwäsche habe ich erst neuerdings in einem Vortrage in der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege am 4. Oktober 1904 behandelt und habe auch hier auf die Gefahren, die durch die Tischwäsche überhaupt auch in den einzelnen Haushaltungen drohen, hingewiesen. Hier spielt nicht allein die Beschmutzung der Mundtücher, sondern auch der Tischtücher selbst eine große Rolle.

Ich bemerke, daß ein Stück Wachstuch, wie es für genannten Zweck erforderlich, füi den Preis von etwa :30–40 Pfennigen erhältlich ist. Für größeren Bedarf wird der Stoff sich sicherlich noch billiger stellen.