Dtsch med Wochenschr 1928; 54(25): 1044-1045
DOI: 10.1055/s-0028-1125386
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Pharmakologische Versuche mit Avertin

Moritz Heinrich Herzberg
  • Aus der Chirurgischen Abteilung des Krankenhauses Moabit (Direktor: Geh.-Rat M. Borchardt) und dem Pharmakologischen Institut der Universität in Berlin. (Direktor: Prof. P. Trendelenburg.)
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Publication Date:
27 May 2009 (online)

Zusammenfassung

Aus unseren Versuchen ergibt sich, daß eine Avertin-Ringerlösung eine lokale Reizung, geprüft an der Konjunktiva des Kaninchens, hervorruft, die bei Lösung von Avertin in einem Muzilaginosum ausbleibt, wobei zu bemerken ist, daß ich, wie ich oben ausführte, eine pathologisch-histologische Veränderung der Rekta am Kaninchen niemals sah. Weiter zeigen die Versuche, daß eine intravenöse Injektion von Koffein in geeigneter Dosis imstande ist, die Avertinnarkose zu unterbrechen, insbesondere die Atmung zu beschleunigen und zu vertiefen.

Diese Versuche wurden bisher nicht auf den Menschen übertragen, weil solche bedrohlichen Zustände in letzter Zeit bei uns nicht mehr gesehen wurden.

Zur Verabreichung beim Menschen käme eine Dosis von 0,1 bis 0,2 g Coffein natr. benz. intravenös in Frage. Ehe jedoch ausreichende klinische Erfahrungen mit intravenöser Applikation gesammelt werden, müßte intramuskuläre oder subkutane Injektion auch größerer Mengen Koffein beim Menschen versucht werden.