Dtsch med Wochenschr 1928; 54(13): 517-519
DOI: 10.1055/s-0028-1125150
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Ueber reversible Mutationsformen der Typhusbazillen beim Menschen

E. G. Dresel, O. Stickl
  • Aus dem Hygiene-Institut der Universität Greifswald. (Direktor: Prof. Dr. med. et phil. E. G. Dresel.)
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Publication Date:
27 May 2009 (online)

Zusammenfassung

Typhusbazillen kommen bei Menschen in abgewandelten Erscheinungsformen vor, die bisher nicht zu diagnostizieren waren und über deren Entstehung wir keine Aussagen machen können. Da nicht abzulehnen ist, daß diese Bazillen in dieser uncharakteristischen Form infektionstüchtig bleiben, da sie anderseits nach der bisherigen Auffassung als Typhusbazillen nicht zu diagnostizieren waren, so könnten sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit als nicht nachzuweisende Vermittler zwischen auch zeitlich und räumlich oft weit auseinanderliegenden Typhuserkrankungen, die sich bisher der Aufklärung entzogen, in Betracht kommen.

Im Interesse der Typhusbekämpfung ist daher zu fordern, daß, wenn im Zusammenhang mit Typhusverdacht oder auch sonst bei Kranken braune Kolonien beweglicher, Gram-negativer Stäbchen, die sich biologisch und serologisch wie die von uns beschriebenen verhalten, gefunden werden, mindestens die Anzeige auf Typhusverdacht erstattet werden muß, bis durch die von uns angewandte, langdauernde, eingehende bakteriologische Untersuchung im Einzelfall die Diagnose geklärt ist.