Dtsch med Wochenschr 1928; 54(8): 304-307
DOI: 10.1055/s-0028-1125056
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Zur Frage der Gefährlichkeitkleinster Quecksilbermengen1)

Paul Fleischmann in Berlin
  • Aus der I. Medizinischen Universitäts-Klinik der Charité. (Direktor: Geh.-Rat His.)
1) Vortrag, gehalten im Verein f. Innere Medizin und Kinderheilkunde in Berlin. 5. XII. 1927.
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Publication Date:
27 May 2009 (online)

Zusammenfassung

Als Resultat meiner Untersuchungen kann ich als gesichert hinstellen, daß metallisches Quecksilber in einer größeren Zahl von Fällen, als man bisher anzunehmen gewohnt war, zu, wenn auch nicht lebensbedrohlichen, so doch die Frische und Arbeitsfähigkeit, namentlich geistiger Arbeiter, stark beeinträchtigenden Erscheinungen führen kann. Als Quelle dieser Quecksilberschädigungen kommt beruflich inhaliertes oder von Kupferamalgamfüllungen (wohl nur selten auch Silberamalgam) aufgenommenes Quecksilber in Frage. Die Auslösung einer Schädigung scheint gebunden an eine Ueberempfindlichkeit, für deren Umfang und Ausmaß wir bisher noch keinen gesicherten Maßstab haben.

Für die Praxis ergibt sich daraus erhöhte Vorsicht bei allen mit Quecksilber beschäftigten Berufsarten. Für die Zahnpraxis speziell wird man, so wie es ja nach meinem Referat auf dem Deutschen Zahnärztetag in Nürnberg vielerorts schon geschehen ist, auf die Verwendung von Kupferamalgam als Füllungsmittel ganz verzichten und — mehr im Interesse der Zahnärzte — Edelamalgame durch anderes Material dann ersetzen, wenn die Industrie Gleichwertiges zur Verfügung gestellt hat.