Dtsch Med Wochenschr 1942; 68(36): 890-893
DOI: 10.1055/s-0028-1120205
Originalien

© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Kritische Anwendung des Bockschen Erythrozytometers bei Blutkrankheiten

Wolfgang Schumacher
  • Zentralen Betreuungsstelle für Blutkranke bei der Landesversicherungsanstalt Berlin
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
03. Juni 2009 (online)

Zusammenfassung

Es wird berichtet über 2345 Untersuchungen von Blutausstrichen blutkranker Patienten mit dem Bockschen Erythrozytometer. Das Bocksche Gerät erwies sich dabei als eine schnelle und einfache Untersuchungsmethode für die Abgrenzung der perniziösen Anämie und des hämolytischen Ikterus von anderen Blutkrankheiten. Aus dem Ansteigen des Erythrozytendurchmessers bei Perniziosakranken ließen sich zudem wichtige prognostische Schlüsse ziehen. Bei Nichtanwendung der erythrozytometrischen Messung ergeben sich nachweislich vielfach Fehldiagnosen. Bei hochgradigen hypochromen Anämien und bei Leukämien liefert das Bocksche Gerät dagegen keine brauchbaren Werte.

Für die kritische Anwendung des Bockschen Erythrozytometers ist es unerläßlich, bei der ersten Untersuchung eine mikroskopische Kontrolle des gefärbten Blutausstriches anzuschließen, um etwaige hochgradige hypochrome Anämien und Leukämien von der Beurteilung mit dem Bockschen Gerät ausschalten zu können. Bei Anwendung dieser Vorsichtsmaßregel erwies sich das Bocksche Erythrozytometer als ein wertvolles diagnostisches Hilfsmittel, dessen Ergebnisse mit den mikroskopischen Ausstrichbefunden und den okularmikrometrischen Kontrollen gut übereinstimmten. Das Gerät verdient, allgemein eingeführt zu werden.