Zusammenfassung
1. Bei 129 stationären Patienten wurde in 180 Untersuchungen die Formolgelreaktion
(FGR) in Plasma und Serum vergleichend mit der Serumeiweißzentrifugierreaktion (EZR),
der Blutkörperchensenkung (BKS) und dem Fibrinogenspiegel im Plasma untersucht.
2. Die Plasma-FGR wurde in 68,8%, die Serum-FGR in 8,3% positiv gefunden.
3. Bei schwach positiver und positiver FGR im Plasma ist die BKS immer beschleunigt.
Bei der stark positiven Schnellreaktion im Plasma finden wir die BKS extrem stark
beschleunigt. Eine beschleunigte BKS mit negativer FGR im Plasma zeigt die durch die
Anämie bedingte Senkungsbeschleunigung an.
4. Die FGR im Plasma ist bei negativer Serum-FGR um so stärker positiv (Stärke und
Schnelligkeit des Reaktionsablaufes), je höher der Fibrinogenspiegel im Blut ist.
Wenn zu einem hohen Fibrinogenspiegel noch ein erhöhter Globulinwert tritt, verläuft
die FGR im Plasma schneller und stärker.
5. Zwischen der Höhe des Fibrinogenspiegels, dem Globulingehalt und der Stärke der
FGR im Plasma besteht eine lineare Beziehung. Zwischen der Höhe des Globulinspiegels
und dem Ausfall der FGR im Serum ist eine lineare Beziehung erst bei hochgradiger
Globulinvermehrung festzustellen. Unter bestimmten Bedingungen kann man wahrscheinlich
auch qualitativ veränderte pathologische Globuline von fibrillärer Struktur (Globuline
vom Typ der Linearkolloide) im Serum mit der FGR nachweisen.
6. Der Chemismus der FGR wird mit der modernen Kunststoffherstellung verglichen.
7. Alle Reaktionen des „humoralen Blutbildes” sind leberunspezifische Allgemeinreaktionen.