Gesundh ökon Qual manag
DOI: 10.1055/a-0634-6776
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der Landarzt-Abgrenzungsalgorithmus (La-Abal)

Ansatz zur Umsetzung im Bereich der VersorgungsforschungThe Rural Doctor’s Selection Algorithm (La-Abal)Approach to implementation in the field of health care research
Christian Marschner
1  Promovend am Lehrstuhl für Medizinmanagement, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
,
Jürgen Wasem
2  Lehrstuhl für Medizinmanagement, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
,
Romy Heymann
2  Lehrstuhl für Medizinmanagement, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
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Publication History

Publication Date:
03 July 2018 (eFirst)

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen um die Sicherstellung der medizinischen Versorgung – insbesondere in ländlichen, strukturschwachen Regionen Deutschlands, ist der Begriff „Landarzt“ ein häufig verwendeter Terminus. Bis dato mangelte es jedoch an einer konkreten Definition des Landarztbegriffes. Dieses Defizit soll durch den Landarzt-Abgrenzungsalgorithmus (La-Abal) behoben werden. Anhand einer einheitlichen Abgrenzungssystematik kann nun die Differenzierung zwischen Land- und städtisch/urban tätigen Ärzten realisiert werden. Der vorliegende Artikel gibt Auskunft darüber, ob der La-Abal generell auf Gesamtdeutschland anwendbar ist, in welchen Regionen sich Landärzte befinden und inwieweit die als Landarztbereiche identifizierten Regionen mit hausärztlich unterversorgten Regionen übereinstimmen. Die Methodik des La-Abals basiert im Kern auf den drei Parametern: „Grundzentrum“, „Ländliche Besiedelung“ und „Räumliche Lage“. Einheitsgemeinden und Gemeindeverbände dienen in diesem Kontext als Analyseebene. Eindeutige, durch den La-Abal vorgegebene Bedingungen ermöglichen es, Einheitsgemeinden/Gemeindeverbände als Landarztbereiche zu definieren und somit zu identifizieren. Als Ergebnis zeigt sich, dass der La-Abal auf Gesamtdeutschland anwendbar ist. Des Weiteren existieren Landarztbereiche, einige davon korrespondieren mit denen als hausärztlich unterversorgt geltenden Regionen. Der La-Abal ist ein ergebnisorientiertes, praktikables und standardisiertes Modell, das es ermöglicht, ein einheitliches Landarztverständnis zu etablieren. Dies ist notwendig, um Antworten auf gesellschaftliche Veränderungen entwickeln und den damit einhergehenden Forderungen nach Sicherstellung der gegenwärtigen und zukünftigen Gesundheitsversorgung gezielt planen und steuern zu können.

Abstract

In light of the ongoing discussions about the provision of medical care – especially in rural, economically underdeveloped regions of Germany, the term “rural doctor” is a commonly used term. To date, however, a concrete definition of the concept of a rural doctor has been lacking. This deficit is to be addressed by the rural doctor’s selection algorithm (La-Abal). Based on an uniform selection system, the differentiation between rural doctors and city/urban doctors can now be implemented. This article provides information on whether La-Abal is generally applicable to the whole of Germany, the regions in which rural doctors are located, and the extent to which the regions identified as rural doctors’ regions correspond to the regions that are underserved by general practitioners. The methodology of La-Abal is based on the three parameters: “Basic Centre”, “Rural Settlement” and “Geographical Location”. Municipal communities and municipal associations serve as an analysis area in this context. Unambiguous conditions defined by the La-Abal make it possible to define and identify municipal communities/municipal associations as a rural doctor’s area. As a result, the La-Abal is applicable to the whole of Germany. There are also some rural doctor’s areas which correspond to regions that are underserved by general practitioners. The La-Abal is a result-oriented, practical and standardised model, which makes it possible to establish a uniform understanding of rural doctors. This is necessary to develop answers to social changes and the associated demands to specifically plan and control the guaranteeing of the current and future health care.

Fußnoten