Zahnmedizin up2date 2019; 13(05): 435-446
DOI: 10.1055/a-1003-8328
Zahnerhaltung, Prävention und Restauration
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Arbeitsabläufe bei Reparaturrestaurationen mit Kompositmaterialien

Cornelia Frese
,
Simona Schick
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Publication Date:
20 November 2019 (online)

Die seit Langem überfällige wissenschaftliche Anerkennung von Reparaturrestaurationen kann als Meilenstein in der restaurativen Zahnerhaltung gelten. Denn bedarfsgerechte Reparaturrestaurationen sind das Ergebnis einer modernen Zahnheilkunde, die Prävention möglichst offensiv und Restaurationen möglichst defensiv und substanzschonend umsetzt. Dieser Beitrag gibt auf der Basis werkstoffkundlicher Erwägungen Hinweise zur praktischen Vorgehensweise.

Kernaussagen
  • Reparaturen mit Kompositmaterialien lassen sich meist mit begrenztem Aufwand und in der Regel in einer Sitzung anfertigen und tragen entscheidend dazu bei, das Überleben bestehender Restaurationen zu verlängern.

  • Auch indirekte Restaurationen mit Mängeln, die sich schon seit Jahren im Mund befinden und früher mit hohem Aufwand neu angefertigt werden mussten, können heute mit Komposit repariert und erhalten werden – eine adäquate Vorbehandlung der anzutreffenden Adhärenden vorausgesetzt.

  • 37,5%iges Phosphorsäure-Gel auf Komposit oder Amalgam verändert die Oberflächenstruktur nicht, hat jedoch unter Umständen einen Reinigungseffekt, z. B. Entfernung aufgelagerter Proteine aus Speichel und Blut.

  • Bei zusätzlicher Beteiligung von Keramik erfolgt zuerst die Phosphorsäureätzung der Zahnhartsubstanzen, dann das Ätzen der Keramik mit gepufferter Flusssäure.

  • Bei Mischoberflächen ist es ratsam, zu priorisieren und die klinischen Arbeitsschritte analog dem Adhärenden mit dem größten bzw. wichtigsten Anteil an der Mischoberfläche zu wählen.