Notfall & Hausarztmedizin (Hausarztmedizin) 2004; 30(11): B 507
DOI: 10.1055/s-2004-837111
Blickpunkt

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Schmerztherapie mit Opioiden - "Lieber hochpotent und niedrig dosiert als niederpotent und hoch dosiert"

Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
22. Dezember 2004 (online)

 
Inhaltsübersicht
Zoom Image

Das in der Tumorschmerztherapie seit vielen Jahren bewährte hochpotente Opioid Fentanyl steht in einer niedrig dosierten transdermalen Formulierung nun auch anderen chronischen Schmerzpatienten zur Verfügung, die nur mit Opioidanalgetika ausreichend behandelt werden können. Die unter dem Handelsnamen Durogesic® SMAT 12 mg/h verfügbare Darreichungsform stellt eine wesentliche Bereicherung für die Schmerzmedizin dar, wie der in Ravensburg niedergelassene Orthopäde und Schmerztherapeut Dr. Martin Strohmeier bei einer Pressekonferenz in Köln betont hat.

#

Niedrig dosierte transdermale Fentanyl-Präparation gehört auf Stufe 2 des WHO-Schemas

Für das moderne Matrixpflaster in der innovativen D-Trans Matrix-Technologie sieht Strohmeier in der (orthopädischen) Schmerztherapie zahlreiche sinnvolle Indikationen - so unter anderem bei chronischen Rückenschmerzen, rheumatoider Arthritis, Arthrose, Osteoporose, neuropathischen Schmerzen oder auch im Rahmen einer (postoperativen) Reha-Behandlung. Eine effektive, schnelle und gezielte Schmerztherapie, wie sie mit diesem hochpotenten Opioid möglich ist, hält der Orthopäde für eine entscheidende Maßnahme im Kampf gegen eine - etwa bei Rückenschmerzpatienten - drohende Chronifizierung.

Nach Einschätzung des Frankfurter Anästhesisten und Schmerztherapeuten Dr. Michael Zimmermann erleichtert die neue Darreichungsform von Fentanyl den Einstieg in eine Opioidtherapie. Waren BtmVV (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung)-pflichtige hochpotente Opioide gemäß dem WHO-Stufenschema zur Schmerztherapie bislang durchweg auf der Stufe 3 dieses Schemas angesiedelt, gehöre die niedrig dosierte transdermale Fentanyl-Präparation nun auf Stufe 2 des WHO-Schemas. Im Hinblick auf die analgetische Potenz entspreche die niedrige Dosierung - bei dem in dreitägigen Intervallen zu wechselnden Pflaster beträgt die stündliche Freisetzungsrate 12,5 Mikrogramm Fentanyl - in etwa einer 300 mg-Dosierung des schwachen Opioids Tramadol, einem klassischen Stufe 2-Vertreter.

#

Äquieffektive Behandlung bei ungleich besserer Verträglichkeit

Weil Nebenwirkungen einer Behandlung mit niederpotenten Opioiden - unter anderem Übelkeit und Erbrechen - mit steigender Dosierung dieser Medikamente zusehends häufiger beobachtet werden, erscheint es nicht unbedingt sinnvoll, diese Substanzen bis zur maximalen Dosierung auszureizen. Eine im Hinblick auf die gewünschte Schmerzlinderung äquieffektive Behandlung ermöglichen niedrig dosierte hochpotente Opioide bei ungleich besserer Verträglichkeit, waren sich die Schmerzexperten einig. Ein Vorteil der frühzeitigen Behandlung mit transdermalem Fentanyl ist nach Einschätzung Zimmermanns auch darin zu sehen, dass im Falle einer unzureichenden Wirksamkeit die weitere Behandlung mit der gleichen, dann jedoch höher dosierten Substanz durchgeführt werden kann.

Dr. med. Ludger Riem, Rösrath

Quelle: Pressekonferenz "Durogesic® SMAT 12 mg/h: Die neue Therapie bei mäßig starken chronischen Schmerzen", Oktober 2004 in Köln. Veranstalter: Janssen-Cilag, Neuss.

 
Zoom Image