Einleitung Schweine sind aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum Menschen wertvolle Tiermodelle in der
translationalen medizinischen Forschung. Dies gilt insbesondere für die Erforschung
bedeutender Zivilisationskrankheiten wie beispielsweise kardiovaskulärer Erkrankungen.
Material und Methoden Mittels CRISPR/Cas9-induziertem „non-homologous end joining“ (NHEJ) im Exon 2 wurde ein genetisch modifiziertes LDLR-KO-Großtiermodell etabliert, um dieses auf die Entwicklung atherosklerotischer Läsionen
nach Fütterung mit einer „High-Fat, Western-Style Diet“ (4-5 Monate) zu untersuchen. Hierfür wurden sechs Schwäbisch-Hällische Schweine
(7,5-8 Monate) mit LDLR-KO einer Vielzahl unterschiedlicher Analyseverfahren unterzogen und in diesem Rahmen
umfassend pathologisch-anatomisch sowie feingeweblich untersucht, mit Fokus auf das
arterielle Gefäßsystem.
Befunde Die untersuchten arteriellen Blutgefäße (Aorta inklusive Arcus aortae und Aortenendaufzweigung, Truncus brachiocephalicus, A. carotis, A. Iliaca externa, A. coronaria) wiesen in allen Tieren atherosklerotische Veränderungen unterschiedlicher Ausprägungsgrade
auf. Nebenbefundlich zeigten sich zudem in diversen Organen (unter anderem Leber,
Milz und Niere) Schaumzellaggregate bzw. histiozytäre zytoplasmatische Lipidakkumulation.
Schlussfolgerungen In Kombination mit einer „High-Fat, Western-Style Diet“ führt der Verlust der LDLR-Funktion bei den untersuchten Tieren zu atherosklerotischen
Läsionen, welche hinsichtlich ihrer Pathomorphologie den bei Menschen zu beobachtenden
Gewebsveränderungen entsprechen. Das vorgestellte genetisch modifizierte Schweinemodell
eignet sich somit für die Untersuchung kardiovaskulärer Erkrankungen in der translationalen
medizinischen Forschung.