Der Klinikarzt 2013; 42(04): 199
DOI: 10.1055/s-0033-1345661
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Chronische Schmerzen – Erhebung zeigt: Ärzte differenzieren beim Einsatz starker Opioide

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Publication Date:
23 April 2013 (online)

 
 

In der Therapie chronischer Schmerzen setzen Ärzte starke Opioide zielgerichtet und reflektiert ein. Das ist das Ergebnis der bislang umfangreichsten bundesweiten Querschnittbefragung "Crossecco II", an der 4283 schmerztherapeutisch tätige Ärzte teilnahmen [ 1 ]. Die Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e. V. zeigt eine differenzierte Verordnungspraxis im Hinblick auf Behandlungsindikationen und Therapiekonzepte.

Die bei "Crossecco II" befragten Ärzte befürworteten eine Therapie mit starken Opioiden bei Tumorschmerzen in 93,1 % der Fälle, bei Osteoarthrose in 42,3 %, bei Kreuz-/Rücken-/Schulter-/Nackenschmerzen in 23,5 %, bei neuropathischen Schmerzen in 18,1 % und bei Fibromyalgie in 6,2 %. "Dieses Ergebnis belegt einen rationalen und differenzierten Umgang mit starken Opioiden", betonte PD Dr. Michael Überall, Präsident der Deutschen Schmerzliga e. V., Medizinischer Direktor des Institutes für Neurowissenschaften, Algesiologie und Pädiatrie (IFNAP) und Leiter des Instituts für Qualitätssicherung in Schmerztherapie und Palliativmedizin (IQUISP), Nürnberg. 59,9 % der Ärzte beschrieben die Anwendung von Opioiden bei Kreuz-/Rückenschmerzen in Kombination mit physio- und psychotherapeutischen Maßnahmen. Zudem gaben 23,6 % der Teilnehmer an, dass die Opioid-Behandlung im Rahmen einer multimodalen Komplextherapie erfolge. Die Ärzte beobachteten bei ⅔ der Patienten eine mindestens 50 %ige Schmerzlinderung unter der Opioid-Behandlung. Mehr als die Hälfte der behandelten Patienten konnten erst dadurch an einer Bewegungstherapie teilnehmen. Neben der Wirksamkeit stand für die Ärzte die Verträglichkeit der Opioid-Therapie im Fokus. Dabei unterschieden sich die von den Ärzten erwarteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen hinsichtlich der verschiedenen Wirkstoffe. Eine besonders gute Verträglichkeit zeigte sich bei der Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®), insbesondere im Vergleich zu Morphin und Oxycodon. Studiendaten zu Bewegungsschmerzen [ 2 ], [ 3 ] bestätigen diese Einschätzung und zeigen zudem eine signifikante Schmerzreduktion sowie Verbesserung der Lebensqualität.

Pressekonferenz "Therapie von Nicht-Tumorschmerzen: Fragen, Fakten, Perspektiven" am 7. März 2013 im Rahmen des 24. Deutschen interdisziplinären Schmerz- und Palliativkongresses vom 6. bis 9. März 2013 in Frankfurt am Main. Dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung durch Mundipharma.


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