Endo-Praxis 2019; 35(04): 187-194
DOI: 10.1055/a-0862-9846
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ein Vergleich zwischen der gastrointestinalen Endoskopie in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik in den 70er- und 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts – Teil 2

Katrin Thümmler
1   FWB Endo Caritas-Akademie Köln und Klinikum Chemnitz gGmbH
,
Sebastian Koch
2   SRH Hochschule Gera, Fachbereich Medizinpädagogik
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
28. Oktober 2019 (online)

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Zusammenfassung

Nach der Teilung Deutschlands wurde in beiden deutschen Staaten endoskopisch erfolgreich gearbeitet und geforscht. „Auch wenn sie wegen mangelnder Gelder und schlechter Grundausstattung nicht an den westlichen Standard anknüpfen konnte, erzielte die DDR – dank großen Engagements und Improvisation – eindrucksvolle Ergebnisse. Exemplarisch sind der Bereich der pädiatrischen Gastroenterologie und das Thema ,Malabsorption und Eiweißexsudation in den Dünndarm‘ zu nennen, auf beiden Gebieten wurde in Jena gearbeitet“ [1]. Das Wissen der in der DDR tätigen Endoskopiker ist durchaus verwendbar.

Im Vorwort der Chronik der Gesellschaft für Gastroenterologie der DDR schrieb 2002 Professor Tilman Sauerbruch: „Wir, die wir das Glück hatten nach dem Krieg im Westen Deutschlands aufgewachsen zu sein, haben uns selten oder nie klargemacht, wie eine Diktatur auch das ärztliche Handeln bestimmt. Und wir haben uns nicht klargemacht, dass zwischen 1961 und 1989 in der DDR eine eigene Geschichte der Gastroenterologie geschrieben wurde […] trotz materiellen Mangels und fehlender Ressourcen, trotz des unterdrückten Austauschs über die Grenzen hinweg und trotz der deutlichen Beeinträchtigung des universitären Gedankens einer freien Forschung“ [2].

In beiden deutschen Staaten wurden endoskopische Meisterleistungen erbracht. Im vereinten Deutschland muss deshalb denen Dank gezollt werden, die Neues entwickelt haben, aber auch denen, die unter erschwerten Bedingungen geforscht und gearbeitet haben.