psychoneuro 2008; 34(2): 60
DOI: 10.1055/s-2008-1063048
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Kein Klasseneffekt der Antihypertensiva - Schützen Kalziumkanalblocker vor Parkinson und Demenz?

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Publikationsdatum:
14. April 2008 (online)

 

Bei Hemmern des Angiotensin converting enzyme (ACE-Hemmern) sowie bei Kalziumkanalblockern werden derzeit neuroprotektive Mechanismen diskutiert. Aber wie sieht dies bei Angiotensin-II-Antagonisten oder Betablockern aus? Dr. Christoph Meier und Mitarbeiter von der Universität Basel analysierten jetzt in Großbritannien die Daten von 3637 Patienten, bei denen zwischen 1994 and 2005 erstmals ein idiopathisches Parkinsonsyndrom diagnostiziert wurde, und verglichen diese mit einer ebenso großen, altersentsprechenden Gruppe von Nichtparkinsonpatienten, die sich bis auf die Diagnose bezüglich Parkinson nicht in ihrer bisherigen Krankheitsgeschichte, ihren Rauchgewohnheiten oder dem BMI unterschieden.

Patienten, die über einen langen Zeitraum Kalziumkanalblocker einnahmen, hatten dabei ein um 23% geringeres Risiko an Parkinson zu erkranken als die Personen, die keine blutdrucksenkenden Mitteln erhielten. Bei Patienten, die ACE-Hemmer oder Betablocker bzw. Angiotensin-II-Antagonisten einnahmen, konnte dagegen kein signifikanter Unterschied beobachtet werden. Der blutdrucksenkende Effekt der Medikamente kann daher das verringerte Parkinsonrisiko unter Kalziumkanalblockern offenbar nicht erklären.

KW

Quelle: Becker C, Jick SS, Meier CR. Use of antihypertensives and the risk of Parkinson disease. Neurology 2008 Feb 6 [Epub ahead of print]

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