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DOI: 10.1055/s-2008-1061268
Endoskopischer Vakuum assistierter Verschluss (E-V.A.C.) intrathorakaler Anastomoseninsuffizenzen
Einleitung: Intrathorakale Anastomoseninsuffizienzen werden in 5–30% der Fälle nach Ösophagektomie beobachtet und sind mit hoher Morbidität und Mortalität assoziiert. In den letzten Jahren konnte die endoskopische Therapie mittels Clip oder Stentimplantation die operative Revision weitestgehend verdrängen. Wir berichten über die erfolgreiche Behandlung von intrathorakalen Anastomoseninsuffizienzen durch die Einlage eines Vakkumschwammgewebes.
Methodik: Ein Patient mit persistierender intrathorakaler Leckage nach Gastrektomie und chirurgischer Revision sowie ein Patient nach Ösophagektomie und Stenteinlage wurden eingeschlossen. Endoskopisch wurde ein an einer Magensonde fixiertes, individuell angepasstes Schwammgewebe in die Anastomoseninsuffizienz platziert und kontinuierlich Sog appliziert. Das Schwammgewebe wurde zweimal pro Woche gewechselt.
Ergebnisse: Komplikationen wurden nicht beobachtet. Nach im Median 15 Tagen war ein Verschluss der Wundhöhlen in beiden Fällen erreicht. Im Median waren 5 endoskopische Interventionen notwendig. Der Kostaufbau verlief bei beiden Patienten problemlos und ohne Hinweis auf erneute Insuffizienz.
Diskussion: Ähnlich der Therapie bei ausgedehnten Hautdefekten kann über E-V.A.C eine schnelle intrathorakale Wundheilung erreicht werden. Der schwammbedingte Granulationsreiz und der kontinuierliche Abfluss von Sekreten durch den Sog ermöglichen ein Verkleben und schlussendlich Ausheilen der Defekte.
Folgerungen: E-V.A.C stellt eine viel versprechende Ergänzung bzw. Alternative zur bisherigen endoskopischen Behandlung intrathorakaler Anastomoseninsuffizenzen dar.
Keywords: Anastomoseninsuffizienz, Vakuum assistierter Verschluss, Ösophagektomie, Intrathorakal