Klin Monbl Augenheilkd 2008; 225(8): 739-740
DOI: 10.1055/s-2008-1027509
Offene Korrespondenz

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die emaillierte goldene Brille des Erzherzogs ­Ferdinand II. von Österreich-Tirol

The Enamelled Golden Spectacles of Archduke ­Ferdinand II from Austria-TyrolF. Daxecker, H. Noflatscher
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Publication Date:
19 August 2008 (online)

Das Kunsthistorische Museum Wien (KHM) bewahrt eine reich verzierte Brille auf. Sie ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Brille Erzherzog Ferdinands II. von Österreich-Tirol, da sie in seinem Nachlass­inventar beschrieben wird. Mit der Brille ist auch das dazugehörige emaillierte Etui erhalten geblieben (Inventarnummer KK 2080 für die Brille und KK 2081 für das Etui. Maße der Brille: Länge 8,4 cm, Breite 3,3 cm, Etui: Länge 6,1 cm, Breite 3,9 cm). Sie dürfte eine der ältesten bekannten Brillen sein, die einem bestimmten Besitzer zuzuschreiben ist. Erzherzog Ferdinand (1529–1595) wurde 1547 königlicher Statthalter in Böhmen und war ab 1564 Landesfürst von Tirol. 1557 heiratete er die vermögende bürgerliche Philippine Welser. Zeitlose Berühmtheit erreichte Ferdinand durch seine Sammlertätigkeit. Er ließ bei Schloss Ambras in der Nähe Innsbrucks die Kunst- und Wunderkammer errichten. Die Sammlung gelangte 1665 und 1806 zum Großteil nach Wien und bildet einen Grundstock des Kunsthistorischen Museums.

Literatur

  • 1 Bimbenet-Privat M. L’orfèvrerie parisienne de la Renaissance. Trésors disperses. Paris; Centre culturel du Panthéon 1995: 133
  • 2 Boeheim W. Urkunden und Regesten aus der k. k. Hofbibliothek. in: Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses, Quellen zur Geschichte der kaiserlichen Haussammlungen und der Kunstbestrebungen des allerdurchlauchtigsten Erzhauses, Bd. 7, II. Teil, Wien: A. Holzhausen 1888, XCI–CCCXIII, hier Regest 5556 (CCXXVI–CCCXIII = Inventar des Nachlasses Erzherzog Erzherzog Ferdinands II. in Innsbruck und Ambras vom 30. Mai 1596), CCLXXXI, 1. Spalte
  • 3 Ebenda. CCXXVIII, 1. Spalte; CCXXIX, 2. Spalte; CCXXX, 2. Spalte. 
  • 4 Poulet W. Kunst und Brille durch fünf Jahrhunderte. Bonn-Bad Godesberg; Wayenborgh 1978 Bd. II: 31
  • 5 Schmitz E H. Handbuch zur Geschichte der Optik. Von der Antike bis Newton. Die Erfindung und Frühentwicklung der Brille Bonn; Wayenborgh 1981 Bd. 1: 80

Prof. Franz Daxecker

Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie, Medizinische Universität Innsbruck

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6020 Innsbruck, Austria

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Fax: ++43/05 12/5 04/2 37 22

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Prof. Heinz Noflatscher

Institut für Geschichte

Universität Innsbruck

Innrain 52

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Fax: ++43/05 12/5 07-27 06

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