Klin Monbl Augenheilkd 2007; 224 - V_13
DOI: 10.1055/s-2007-976194

Evaluation der Nahtspannung zur Trabekelwerksausspannung bei nicht fistulierenden Glaukomoperationen zur Behandlung des primären Weitwinkelglaukoms

H Bull 1, KD von Wolff 1, N Körber 2, MR Tetz 3, R Yamamoto 4
  • 1Augen-Tagesklinik Groß Pankow
  • 2Augenzentrum Köln-Porz
  • 3Augentagesklinik Spreebogen (Berlin)
  • 4University of California San Francisco

Fragestellung: Welchen Einfluss hat die Ausspannung Trabekelwerkes durch die intrakanalikuläre Implantation eines Prolenefadens auf die Fascilität des Trabekelwerks? Material und Methoden: Bei 92 Patientenaugen mit POWG wurde im Rahmen einer Viskokanalostomie der Schlemm'sche Kanal mit einem flexiblen Mikrokatheter über seine gesamte Circumferenz mittels eines hochviskösen Viskoelastikums gedehnt. Beim Zurückziehen des Katheters wurde ein 10–0 Prolene-Faden in den Schlemm'schen Kanal eingezogen. Die beiden Enden werden so geknüpft, dass das Trabekelwerk sich zeltförmig in Richtung Vorderkammer ausspannt. Die resultierende Zeltbildung mit einem Ultraschallbiomikroskop von 0 (keine Ausspannung/Zeltbildung) bis 3 (maximale Zeltbildung) graduiert.

Ergebnisse: Der präoperative IOD betrug 27,8mmHg mit 2,0 Antiglaukomaosa. Nach 6 Monaten lag der IOD bei 19 Patienten, mit sehr geringer Zeltbildung (< Grad 0,5), bei 15,0mmHg unter 0,13 Antiglaukomatosa. Bei 14 Patienten mit nachweisbarer Ausspannung des Trabekelwerkes (≥ Grad 0,5) betrug der IOD 13,6mmHg unter 0,1 Antiglaukomatosa. Zusammenfassung: Die Ausspannung des Trabekelmaschenwerks durch einen umlaufenden Prolene-Faden im Schlemm'schen Kanal trägt zur weiteren Reduzierung des IOD nach nicht fistuliernder Operation bei.