Notfall & Hausarztmedizin 2007; 33(2): 107
DOI: 10.1055/s-2007-972773
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PREVENT-Studie - Effektive Rückfallprophylaxe bei Depressionen

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Publication Date:
14 March 2007 (online)

 

Studien zur Rückfallprophylaxe sind selten, Ärzte müssen sich häufig auf Erfahrungswerte stützen. "Die PREVENT-Studie unterscheidet sich von klassischen Studien, die bei kranken Patienten mit akuter Depression Remission und Response untersuchen", betonte Prof. Eckart Rüther aus Göttingen, "Hier handelt es sich um bereits genesene Patienten". In der multizentrischen, doppelblinden und placebokontrollierten PREVENT-(Results from the Prevention of Recurrent Episodes of Depression with Venlafaxin XR for two Years)-Studie waren 1 096 Patienten eingeschlossen, die innerhalb der vorangegangenen fünf Jahre zwei oder mehr Episoden einer schweren Depression erlitten hatten und älter als 18 Jahre waren.

In der ersten 10-wöchigen Akutphase bekamen die Teilnehmer entweder Venlafaxin retard (Trevilor® retard) (75-300 mg/d) oder den SSRI Fluoxetin (20-60 mg/d). Bei Response wurde die Behandlung über sechs Monate mit demselben Medikament fortgeführt. In der ersten Erhaltungsphase lag die Wahrscheinlichkeit der Vorbeugung einer neuen depressiven Episode im ersten Jahr unter den Venlafaxin-Patienten (n=129) bei insgesamt 77% im Vergleich zu 58% unter den Teilnehmern der Placebo-Gruppe (n=129). Dieser Unterschied wurde in der zweiten Phase noch deutlicher: Hier lag die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls in der Venlafaxin-Gruppe (n=43) bei nur noch 8%. Diejenigen, die Placebo bekamen (n=40), mussten zu 44,8% mit einem Rückfall rechnen (p<0,001). Die Vorbeugung eines Rückfalls unter Venlafaxin war mit 72% signifikant höher (p<0,005) als unter Placebo, bei dem die Wahrscheinlichkeit der Prophylaxe nur 53% betrug. Obgleich die Studie nicht für einen Vergleich zwischen Venlafaxin und Fluoxetin konzipiert war, zeigte sich im zweiten Jahr der Erhaltungstherapie ein Trend zugunsten Venlafaxin. Der Therapieerfolg wurde anhand des Hamilton-Depression-Scores analysiert. Eine zufrieden stellende therapeutische Response lag bei einem HAM-D17 ≤ 12 vor, eine Remission wird bei HAM-D17 ≤ 7 diagnostiziert.

Quelle: Pressemeldung der Wyeth Pharma GmbH, Münster

Literatur

  • 01 Keller M . et al . Poster präsentiert auf DGPPN 2006. 
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