Krankenhaushygiene up2date 2007; 2(2): 145-160
DOI: 10.1055/s-2007-966481
Nosokomiale Infektionen

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nosokomiale Infektionen in Pädiatrie und Neonatologie

Werner  Handrick
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Publication Date:
11 June 2007 (online)

Kernaussagen

  • Nosokomiale Infektionen treten auch in Kinderkliniken, und dort vor allem in Intensivtherapie-Stationen auf.

  • Diese Infektionen werden durch einige altersspezifische Besonderheiten charakterisiert.

  • Das Risiko, dass ein Kind an einer nosokomialen Infektion erkrankt, ist umso höher, je disponierter es ist und je häufiger bzw. massiver es gegenüber Hospitalinfektionserregern exponiert wird.

  • Nosokomiale Infektionen werden vor allem durch Bakterien hervorgerufen, aber auch Viren und Sprosspilze spielen eine Rolle.

  • Voraussetzung für eine wirksame Prophylaxe ist die Kenntnis der Risikofaktoren für nosokomiale Infektionen (Patienten, Personal, Geräte, Instrumente u. a.).

  • Die vier Säulen der Prophylaxe sind: 1. Expositionsprophylaxe, 2. Dispositionsprophylaxe, 3. Infektionserfassungs- und Interventionssystem, 4. gute Kooperation von Ärzten, Schwestern, Infektiologen, Mikrobiologen, Hygienikern.

  • Im Vordergrund der Expositionsprophylaxe steht die Händehygiene.

  • In der Neonatologie ist es wichtig, dass zwischen Infektionen durch von der Mutter stammende Erreger (meist Frühinfektionen) und Infektionen durch Hospitalinfektionserreger (meist Spätinfektionen) unterschieden wird.

  • Bei Neu- und Frühgeborenen stehen grampositive Kokken als Erreger von nosokomialen Infektionen an erster Stelle, überwiegend handelt es sich um Koagulase-negative Staphylokokken.

  • Die Inzidenz nosokomialer Sprosspilzinfektionen ist in den letzten Jahren in der neonatologischen Intensivmedizin angestiegen.

  • Bezüglich der Prophylaxe nosokomialer Infektionen gelten bei Neu- und Frühgeborenen prinzipiell dieselben Regeln wie bei Kindern jenseits der Neonatalperiode. Eine Besonderheit ist die Ernährung der Patienten mit Mutter- bzw. Frauenmilch zur Verbesserung der Infektionsabwehr.

Literatur

Prof. Dr. W. Handrick

Institut für Medizinische Diagnostik Oderland

Am Kleistpark 1

15230 Frankfurt (Oder)

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