Akt Neurol 1992; 19: S41-S45
DOI: 10.1055/s-2007-1018077
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Vigabatrintherapie bei pharmakoresistenten fokalen Epilepsien - eigene klinische Erfahrungen

Vigabatrin in Patients with Refractory Focal Epilepsy - Our Clinical ExperienceS. Ried, D. Schmidt
  • Neurologische Universitätsklinik Rudolf Virchow der Freien Universität Berlin
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
30. Januar 2008 (online)

Summary

A double-blind, placebo-controlled, crossover single dose study with 4.5 g vigabatrin in 10 patients showed a biphasic anticonvlusive/proconvulsive effect of vigabatrin. An initial decrease of seizure frequency was reversed by an increase of seizure occurence above placebo control levels from the sixth day after intake of the single dose. Therefore withdrawal seizures can occur after the discontinuation of vigabatrin. In 20 patients with drug resistant focal epilepsy the antiepileptic effect and safety of vigabatrin (2-4 g/day) were studied in an additional placebo-controlled, add-on single-blind design. During the observation period of 6 months 9 of 20 patients had a reduction of seizure frequency of more than 50%. In addition in 40% of the patients seizure intensity and duration decreased. During long term follow up the antiepileptic efficacy persisted in 25 % of the patients. Tolerance developed in 2 patients. Vigabatrin was well tolerated, side effects (drowsiness, weight gain) were mild and transient. Postural stability and oculomotor control were not affected. During the add on-therapy with vigabatrin the serum levels of phenytoin and phenobarbital/primidone decreased about 25 %.

Zusammenfassung

Eine an 10 Patienten durchgeführte plazebo-kontrollierte Cross over-Doppelblindstudie mit Einmalgabe von 4,5 g Vigabatrin zeigte einen biphasischen antikonvulsiven/prokonvulsiven Effekt. Einer initialen Abnahme der Anfallsfrequenz ab dem 6. Tag nach der Einnahme von Vigabatrin folgte eine Zunahme der Anfälle. Beim Absetzen von Vigabatrin muß somit mit Entzugsanfällen gerechnet werden. Bei 20 Patienten mit bislang pharmakoresistenter fokaler Epilepsie wurde die antiepileptische Wirksamkeit und Verträglichkeit von Vigabatrin (2-4g/Tag) zusätzlich in einer plazebokontrollierten, add-on-Einfachblindstudie untersucht. Bei 9 der 20 Patienten kam es in einem Behandlungszeitraum von durchschnittlich 6 Monaten zu einer Reduktion der Anfallsfrequenz um mehr als 50%. Zudem gaben 40% der Patienten eine Reduktion der Anfallsintensität und -dauer an. Die antiepileptische Wirkung hielt bei 25% der Patienten während einer durchschnittlich 400 Tage dauernden Langzeittherapie an. Bei 2 Patienten setzte ein Wirkungsverlust ein. Vigabatrin wurde gut vertragen. Nebenwirkungen (Müdigkeit, Gewichtszunahme) waren gering ausgeprägt und vorübergehend. Weder die Haltungsstabilität der Patienten noch die Kontrolle der Augenbewegungen wurden gestört. Die Serumkonzentration von Phenytoin und Phenobarbital/Primidon nahmen während der add on-Therapie mit Vigabatrin um durchschnittlich 25 % ab.