Akt Neurol 1992; 19: S28-S40
DOI: 10.1055/s-2007-1018076
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Vigabatrin: Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Epilepsien im Erwachsenenalter

Vigabatrin: Efficacy and Tolerability in Epilepsies of AdultsG. Krämer
  • Neurologische Universitätsklinik (Direktor: Prof. Dr. H. C. Hopf) Mainz
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Publication Date:
30 January 2008 (online)

Summary

The experience with vigabatrin as anticonvulsant add on-therapy in adults with previously pharmacotherapy-resistant seizures is reviewed on the basis of several single-blind and ten double-blind, placebo-controlled studies. Evaluation of efficacy showed an at least 50 % reduction of seizure frequency in every second patient. Longterm follow up studies demonstrated a possible loss of efficacy over time but exact data are still missing. As anticipated, the achievement of seizure-freedom in patients with so far therapy resistant epilepsies is possible in only few patients, but in several patients improvement of duration and intensity of seizures is obtained beside reduction of seizure frequency. The presently recommended standard dose is two to three g/day in a b. i. d regimen. The main side effect is sedation in about 20 % of the patients which is less often observed with slowly increasing dosages starting with 500 mg/day instead of 2 g/day initially. Possibly, psychotic side effects are observed more often with vigabatrin than with other anticonvulsants, but they are reversible after discontinuation of the drug like all other side effects. Measurements of serum level and other laboratory studies are less important as compared with other antiepileptic drugs.

Zusammenfassung

Auf der Grundlage von einer Vielzahl einfachblinder und zehn doppelblinder, plazebokontrollierter Studien wird ein Überblick der bisherigen Erfahrungen mit Vigabatrin als antiepileptische Zusatzmedikation bei Erwachsenen mit ansonsten nicht ausreichend kontrollierbaren Anfällen gegeben. Bei der Wirksamkeit zeigt sich bei rund jedem zweiten Patienten mit fokalen Anfällen eine mindestens 50%ige Besserung der Anfallsfrequenz. Nach den Langzeitstudien und -beobachtungen scheint ein Wirkungsverlust möglich zu sein, ohne dass derzeit dazu genaue Daten vorliegen. Eine Anfallsfreiheit ließ sich bei bislang therapieresistenten Epilepsien erwartungsgemäß nur bei einigen Patienten erzielen, neben einer Reduktion der Anfallszahl wurde häufiger aber auch eine Besserung der Dauer und Intensität beobachtet. Die derzeit empfohlene Standarddosis beträgt zwei bis drei Gramm/Tag, verteilt auf zwei Einnahmezeitpunkte. Bei den Nebenwirkungen dominieren Zeichen einer verstärkten Sedierung bei jedem fünften Patienten, die bei langsam einschleichender Behandlung seltener sind als bei einem Beginn mit zwei Gramm Vigabatrin am Tag. Möglicherweise kommt es unter Vigabatrin häufiger als unter anderen Antiepileptika zu psychotischen Nebenwirkungen, die ebenso wie alle anderen unerwünschten Wirkungen nach Absetzen jeweils reversibel sind. Blutspiegel- und sonstige Laborkontrollen haben im Vergleich zu anderen Antiepileptika eine geringere Bedeutung.