Akt Neurol 1998; 25: S297-S299
DOI: 10.1055/s-2007-1017752
Dopaminagonisten

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Cabergolin (Cabaseril®)

Cabergoline (Cabaseril®)P. Schüler
  • Pharmacia & Upjohn
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Publication Date:
29 February 2008 (online)

Zusammenfassung

Cabergolin ist in Deutschland zur Behandlung des Morbus Parkinson in Kombination mit L-Dopa zugelassen und gehört zur Wirkgruppe der Dopaminagonisten. Es zeichnet sich aus durch eine lange Halbwertzeit von im Mittel 68 Stunden und eine Wirkdauer von mindestens 24 Stunden. Dies ermöglicht die Einmalgabe, eine Symptomenkontrolle auch in den Nachtstunden und den frühen Morgenstunden, eine besonders gleichmäßige und physiologische Stimulation der postsynaptischen Dopaminrezeptoren und eine dadurch angehobene Dyskinesieschwelle. Das Rezeptorbindungsprofil mit einer dem Pergolid ähnlichen In-vitro-Affinität am D1- und D2-Rezeptor läßt eine hohe Wirkpotenz vermuten. Die ln-vivo-Aktivitäten am D1-Rezeptor sind jedoch noch nicht abschließend zu beurteilen. Die geringen Affinitäten an Serotonin- und Adrenalinrezeptoren lassen eine günstige Verträglichkeit erwarten.

Cabergolin erreicht in klinischen Studien eine Minderung der Off-Zeiten um 30 - 80%, abhängig von der Dosierung. Die nebenwirkungsbedingte Abbruchrate in den publizierten Studien liegt bei 9%. Sowohl tierexperimentell als auch im direkten klinischen Vergleich mit anderen Agonisten konnte eine geringere Dyskinesierate für Cabergolin nachgewiesen werden. In einer Langzeitstudie über vier Jahre zeigte sich im Vergleich zu L-Dopa eine dramatisch verminderte Rate an Spätkomplikationen in nahezu linearer Abhängigkeit von der eingesparten kumulierten L-Dopa-Menge.

Summary

Cabergoline is a dopamine agonist with a very long half life (65 hours) and a long duration of action of at least 24 hours. This allows an application at one time per day and a control of symptoms even during the night-time. The receptor binding profile and the physiologic stimulation of dopaminergic receptors improves the dyskinesia threshold. The receptor-binding in vitro is comparable to pergolide, the in vivo activity is not yet defined. The low affinities for adrenergic and serotonergic receptors cause the low rate of side effects.

In clinical trials, cabergoline could reduce off-times for 30-80%, depending on the dosage. The drop-out rate due to adverse events was low with 9% in all published trials. In animal experiments as well as in clinical trials (cross-over design) comparing cabergoline with other agonists, the lower rate of dyskinesias with cabergoline could be proven. In a long-term study (4 years) comparing cabergoline and L-dopa, the late motor complications were dramatically reduced with cabergoline, in a linear manner, related to the reduced cumulative L-dopa-dosage.