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DOI: 10.1055/s-2006-951417
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
Schlüsselpeptid im Glukosemetabolismus - Neues Therapieprinzip ahmt Funktion des Inkretins GLP-1 nach
Publication History
Publication Date:
18 September 2006 (online)
Die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse wird maßgeblich durch Inkretine, insbesondere GLP-1 gesteuert. Nicht nur die Insulinsekretion, auch die Inkretin-Freisetzung nimmt beim Typ 2-Diabetes fortlaufend ab ([1]). Die neue Substanzklasse der Inkretin-Mimetika bietet eine pathogenetisch orientierte Therapieoption. Der erste Vertreter dieser Klasse, Exenatide, befindet sich derzeit im europäischen Zulassungsverfahren. Exenatide kann die Insulinsekretion glukoseabgängig stimulieren und hemmt die Glukagonproduktion ([2]). In einer klinischen Studie konnte Exenatide bei Patienten, die auf orale Antidiabetika nicht ausreichend ansprachen, die Glykämiekontrolle ebenso gut verbessern wie Insulin glargin. Jedoch nahmen Patienten, die mit Exenatide behandelt wurden, an Körpergewicht ab ([3]).
In den USA ist Exenatide als ByettaTM seit April 2005 zur Kombinationstherapie mit Sulfonylharnstoffen und/oder Metformin zugelassen. Daten für die europäische Zulassung wurden Ende 2005 bei der Behörde eingereicht.
Weder Diät, Sulfonylharnstoffe oder Metformin - sind in der Lage, den progredienten Verlust der Betazell-Funktion bei Typ 2-Diabetes aufzuhalten ([1]). Je länger der Diabetes andauert, desto höher steigt der Anteil der Patienten, die Insulin benötigen, um das Therapieziel eines HbA1c-Werts < 6,5% zu erreichen. Trotzdem bleibt die Glukosekontrolle häufig suboptimal.
Eine übliche Strategie beim Sekundärversagen oraler Antidiabetika ist die Kombination mit einem Basalinsulin ([4]). Dieses kann jedoch einige Nachteile mit sich bringen. Sie verhindert den postprandialen Glukoseanstieg nicht ausreichend und kann das Risiko für Hypoglykämien erhöhen. Außerdem nehmen die Patienten unter einer Insulintherapie meist an Gewicht zu ([2]).
Literatur
- 01 Turner RC . et al. . UKPDS Diabetes. JAMA. 1999; 281 2005
- 02 Toft-Nielsen MB . et al. . J Clin Endocrinol Metab. 2001; 86 3717
- 03 Heine RJ . et al. . Ann Intern Med. 2005; 143 559
- 04 Häring HU . et al. . Evidenzbasierte Diabetes-Leitlinie DDG. Diab u Stoffw. 2003; 12 (Suppl. 2)
- 05 Zander M . et al. . Lancet. 2002; 359 824
- 06 Fehse F . et al. . J Clin Endocrinol Metab. 2005; 90 5991
- 07 Finemann MS . et al. . Diabetes Care. 2003; 26 2370