Endoskopie heute 2006; 19(3): 173-176
DOI: 10.1055/s-2006-942247
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Soll die laparoskopisch assistierte Sigmaresektion frühelektiv oder im entzündungsfreien Intervall durchgeführt werden?

Early or Late Elective Laparoscopic Resection after Sigmoid Diverticulitis?C. Reißfelder1 , H. J. Buhr1 , J.-P. Ritz1
  • 1Abteilung für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
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Publication Date:
12 October 2006 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund: Die laparoskopisch assistierte Sigmaresektion ist mittlerweile eine akzeptierte Methode zur Behandlung der komplizierten Divertikulitis. Unklar ist bislang, welcher Zeitpunkt nach einem akuten Entzündungsschub mit Phlegmone, bzw. einem Abszess im Mesosigma einer Sigmadivertikulitis für die Durchführung einer komplikationsarmen Operation geeignet ist. Ziel dieser prospektiven Untersuchung war es, die Ergebnisse der frühelektiv nach dem Entzündungsschub und der elektiv im entzündungsfreien Intervall durchgeführten laparoskopisch assistierten Sigmaresektion zu vergleichen, um die Wahl des idealen Operationszeitpunktes zu überprüfen. Patienten and Methodik: Alle 150 Patienten (m = 81, w = 69) mit einer akuten Sigmadivertikulitis, die in unserer Klinik zwischen August 1999 und Juli 2004 laparoskopisch reseziert worden sind, wurden in 2 Gruppen eingeteilt: Gruppe I (88 Patienten) mit einer frühelektiven Sigmaresektion (5-8 Tage nach antibiotischer Anbehandlung). Gruppe II (62 Patienten) mit einer laparoskopisch assistierten Sigmaresektion im entzündungsfreien Intervall (4-6 Wochen nach initialer stationären Aufnahme). Ergebnisse: Hinsichtlich der demografischen Daten unterschieden sich die Gruppen nicht. In Gruppe I kam es zu einer signifikanten Erhöhung der Konversionsrate (8 vs. II: 0; p = 0,04), der Minor-Komplikationen (27,3 vs. 11,3 %; p = 0,03), der postoperativen Wundinfekte (18,2 vs. 4,8 %; p = 0,03) und der Major-Komplikationen (11 vs. 1; p = 0,03). Diskussion: Die laparoskopisch assistierte Sigmaresektion bei einer akuten Sigmadivertikulitis kann unabhängig vom Operationszeitpunkt in der Mehrzahl der Fälle ohne Konversion durchgeführt werden. Die Operation im entzündungsfreien Intervall weist im Vergleich zur frühelektiven Resektion eine geringere Komplikationsrate auf. In unserem Patientengut konnten wir zeigen, dass eine Operation im entzündungsfreien Intervall die postoperative Morbidität signifikant senkt. Bei Patienten mit einer Sigmadivertikulitis sollte daher initial eine antibiotische Behandlung und anschließend eine spätelektive laparoskopische Sigmaresektion angestrebt werden.

Literatur

Dr. C. Reißfelder

Abteilung für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie Charité · Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin

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Fax: ++49/30/84 45 27 40

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