Dtsch med Wochenschr 2005; 130(22): 1392-1396
DOI: 10.1055/s-2005-868740
Fachgremien & Konsensuskonferenzen
Tropenmedizin
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Konsensus-Empfehlungen zur Malariaprophylaxe[1]

Consensus statement on malaria prophylaxisH. D. Nothdurft1 , R. Bialek2 , G.-D Burchard3 , C. Hatz4 , T. Jelinek5 , H. Kollaritsch6 , C. Schönfeld5 , K.-J Volkmer7
  • 1Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, Klinikum der Universität München
  • 2Institut für Tropenmedizin der Universität Tübingen
  • 3Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg
  • 4Tropeninstitut Basel
  • 5Institut für Tropenmedizin, Berlin
  • 6Tropeninstitut Wien
  • 7Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf
Further Information

Publication History

eingereicht: 31.1.2005

akzeptiert: 28.4.2005

Publication Date:
25 May 2005 (online)

Das Risiko einer Malaria hängt von vielen Faktoren ab, wie z. B. vorherrschende Plasmodienarten, Häufigkeit infizierter Vektoren (Anophelesmücken), Vorkommen von Resistenzen, Jahreszeit, Aufenthaltsdauer und Reiseart. Empfehlungen, die für alle Reisenden gelten, sind daher nur bedingt möglich. Auch das konsequente Einhalten der hier genannten Empfehlungen kann keinen absolut sicheren Schutz vor einer Malaria bieten, jedoch das Infektions- und Erkrankungsrisiko erheblich senken. In Tab. [1] sind die Punkte aufgeführt, die bei Malaria-Beratungen keinesfalls vergessen werden sollten.

Tab. 1 Checkliste für die Malaria-Beratung durch den Arzt. Aufklärung des Reisenden über das Malariarisiko Schwangeren Frauen und Kindern unter 5 Jahren ist vom Aufenthalt in Malariagebieten abzuraten Informationen über Maßnahmen zur Vermeidung von Insektenstichen Warnung, dass Malaria trotz Chemoprophylaxe auftreten kann Information über die Symptome einer Malaria und die Notwendigkeit, bei Auftreten dieser Symptome einen Arzt aufzusuchen; Hinweis auf die Lebensgefahr bei verzögerter Diagnostik und Therapie Frage nach vorbestehenden Krankheiten, regelmäßiger Medikamenten-einnahme, Allergien und nach bestehender Schwangerschaft Frage nach geplanten Aktivitäten während der Reise, z. B. Tauchen und Bergsteigen Aufklärung über die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente zur Vorbeugung bzw. zur notfallmäßigen Selbsttherapie Hinweis auf die Notwendigkeit der Fortsetzung der Chemoprophylaxe nach Verlassen des Malariagebietes Aufklärung über die Nebenwirkungen der verordneten Medikamente Hinweis darauf, dass bei Malaria oder Malariaverdacht während der Reise ein Arzt nach Rückkehr aufgesucht werden sollte Mitgabe von schriftlichem Informationsmaterial zum Verbleib bei dem Reisenden Empfehlung an den Reisenden, wegen des oft unkalkulierbaren Wirkstoff-gehaltes, keine Malariamedikamente im Ausland zu kaufen

1 Erstellt durch den Ausschuss „Reisemedizin” der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG e.V.) als Ergebnis eines deutsch-österreichischen-schweizerischen Konsensus.

Literaturempfehlung

1 Erstellt durch den Ausschuss „Reisemedizin” der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG e.V.) als Ergebnis eines deutsch-österreichischen-schweizerischen Konsensus.

Prof. Dr. Hans Dieter Nothdurft

Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin

Klinikum der Universität München

Leopoldstraße 5

80802 München

Phone: 089/21803517

Fax: 089/336038

Email: nothdurft@lrz.uni-muenchen.de