Akt Neurol 2006; 33(3): 150-157
DOI: 10.1055/s-2005-867043
Qualitätsmanagement in der Neurologie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die Bedeutung eines skillorientierten operationalisierten Weiterbildungsprogramms in der Neurologischen Intensivmedizin

The Importance of a Skill-Oriented Operationalized Postgraduate Training Programme for the Acquisition of Optional Training in Special Neurological Intensive CareP.  Kiwitt1 , A.-M.  Beer2 , M.  Siebolds3
  • 1Neurologische Klinik, Evangelisches und Johanniterklinikum Duisburg-Nord (Chefarzt: PD Dr. med. H. Grehl)
  • 2Hattingen
  • 3Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln, Fachbereich Gesundheitswesen, Köln
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Publication History

Publication Date:
14 October 2005 (eFirst)

Zusammenfassung

Einleitung: In der bisher gültigen Weiterbildungsordnung als auch in der neuen (Muster)-Weiterbildungsordnung fehlt bislang ein konkreter Bezug zu einer strukturierten Weiterbildungsform. Durch die jüngsten Forderungen nach mehr Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen ist es aber notwendig, operationalisierte Weiterbildungsmodelle zu entwickeln. Der Unterschied zur bisher gepflegten Qualitätssicherung in deutschen Krankenhäusern besteht in der geforderten Darlegungsfähigkeit von Qualität. Ziel der vorliegenden empirischen Arbeit ist es, wissenschaftlich methodengeleitet, auf der Grundlage evidenzbasierter Leitlinien erstmals ein Modell der Vernetzung von Qualität und ärztlicher Weiterbildung im Sinne einer operationalisierten Weiterbildung zu erstellen. Methode: In der Neurologischen Klinik des Evangelischen und Johanniterklinikums Duisburg-Nord wurde im Jahr 2004 gemeinsam mit den dort tätigen Weiterzubildenden als Projekt ein operationalisiertes Weiterbildungsprogramm entwickelt und erprobt. Bei den in der vorliegenden Arbeit verwendeten „Tools” handelt es sich um Weiterbildungsmatrix, Skill, Verfahrensanweisung, Leitlinie, Anleitesituation, Audit und Weiterbildungshandbuch. Ergebnisse: Die Literaturrecherche ergab, dass in Verbindung mit der neurologischen Intensivmedizin bislang auf keine Vorerfahrungen mit geeigneten Instrumenten zurückgegriffen werden konnte. Bei der Matrixerstellung zeigte sich, dass der identifizierte Qualifizierungsbedarf aus der Weiterbildungsordnung auf mögliche Weiterbildungskonzepte umgebrochen werden kann. Die Ergebnisse zeigen exemplarisch anhand der Anlage eines zentralen Venenkatheters bei bakterieller Meningitis, dass eine skillorientierte Weiterbildung im Bereich der neurologischen Intensivmedizin möglich ist. Anleitesituationen unter begleitender Führung eines Weiterbildungshandbuches mit Auditierung der Verfahrensanweisungen sind für den Weiterbildungsprozess formal geeignet. Schlussfolgerung: Das dargestellte Modell einer operationalisiert-strukturierten, skillorientierten Weiterbildung vermag Transparenz und Darlegungsfähigkeit des Erlernten zu fördern und hilft Homogenität und Qualität der ärztlichen Tätigkeit zu sichern.

Abstract

Objective: In the current as well as the new training regulations there is so far a lack of a concrete reference to a structured form of training. Because of recent demands for more transparency and quality in the health service system it has become necessary to develop operationalized training models. The difference to the current methods of ensuring quality in German hospitals lies in the demand for explanation and transparency of quality. The aim of this empirical research is to establish, for the first time, a model which connects quality and an operationalized medical training, using scientific methods and following evidence-based guidelines. Method: In 2004 an operationalized training programme was developed and tested together with the trainee residents in the department of neurology of the „Evangelischen und Johanniter” hospital Duisburg-Nord. The tools used in this research are training matrix, skill, procedural instruction, guideline, training situation, audit and log-book. Results: Literature research showed no existing relevant experience concerning the optional training in special neurological intensive care. While establishing the matrix it was found that the qualification needs identified in the training regulations could be transferred to possible training concepts. Using the example of the application of a central venous catheter in case of bacterial meningitis, the results show that a skill-oriented training in the optional training in special neurological intensive care is possible. Training situations accompanied by the keeping of a log-book in combination with an audit of procedural instructions are formally suited for the training process. Conclusion: This presented model of an operationalized/structured, skill-oriented model is able to improve the transparency and explanation of the acquired competence and to help ensure the homogeneity and quality of medical performance.

5. Literatur

Dr. med. Paul Kiwitt, M. Sc. 

Neurologische Klinik · Evangelisches und Johanniterklinikum Duisburg-Nord

Fahrnerstraße 133

47169 Duisburg

Email: paul.kiwitt@ejk.de