Notfall & Hausarztmedizin (Hausarztmedizin) 2005; 31(1/02): B 10
DOI: 10.1055/s-2005-863771
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Inhaliert, geschnupft oder gekaut - Tabak in jeder Form Krebs erregend

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Publication Date:
17 February 2005 (online)

 

Nicht nur inhaliert, sondern auch geschnupft oder gekaut sind Tabakprodukte Krebs erregend. Die Schädlichkeit des so genannten "Smokeless Tobacco" dokumentiert eine neue Monographie der International Agency for Research on Cancer in Lyon (IARC).

Unter "Smokeless Tobacco" versteht man Kau- und Schnupftabak. Millionen von Menschen sind davon abhängig, und gerade unter Jugendlichen erfreut er sich immer größerer Beliebtheit. Die Tabakprodukte werden mit Zusatzstoffen wie Zucker, Lakritze oder Menthol versetzt, um den strengen Tabakgeschmack zu überdecken. Doch wie in jedem Tabak sind auch im "Smokeless Tobacco" Nikotin und Nitrosamine enthalten. Die tabak-spezifischen Nitrosamine N'-Nitrosonornikotin (NNN) und 4-(Methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanon (NNK) sind die häufigsten starken Karzinogene in "Smokeless Tobacco". Epidemiologische Studien aus verschiedenen Ländern haben den Beweis erbracht, dass Kau- und Schnupftabak beim Menschen Mund- und Bauchspeicheldrüsenkrebs verursachen. Aus diesem Grund wurde "Smokeless Tobacco" von der IARC als "für den Menschen Krebs erregend" eingestuft. Für Dr. Pötschke-Langer vom WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle ist daher die Aufrechterhaltung eines Handelsverbotes in Europa für orale Tabakprodukte gerechtfertigt.

Quellen

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