ZFA (Stuttgart) 2005; 81(7): 289-302
DOI: 10.1055/s-2005-836669
CME-Fortbildung

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Diagnostik und Therapie der Osteoporose

C. Meier1 , M. E. Kraenzlin1
  • 1Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und klinische ErnährungUniversitätspital Basel
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Publication Date:
19 July 2005 (online)

Einleitung

Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine geringe Knochenmasse und Störung der Knochenarchitektur charakterisiert ist und damit mit einer erhöhten Knochenbrüchigkeit und erhöhtem Frakturrisiko einhergeht.

Die klinische Bedeutung der Osteoporose Die klinische Bedeutung ergibt sich aus den Komplikationen - den osteoporotischen Frakturen. ergibt sich aus den Komplikationen - den osteoporotischen Frakturen. Die am meisten betroffenen Skelettregionen für osteoporotisch bedingte Frakturen sind Wirbelkörper, proximaler Femur und distaler Radius. In Anbetracht der Morbidität und Mortalität der osteoporotischen Frakturen, insbesondere der Frakturen des proximalen Femurs stellt die Osteoporose auch eine zunehmende ökonomische Belastung unseres Gesundheitswesens dar. Nach vorsichtigen Schätzungen erleidet mehr als ⅓ der 50-jährigen Frauen und jeder 7. Mann einmal im Leben als Folge der Osteoporose eine Fraktur. Die Inzidenz für Wirbelfrakturen beträgt in Abhängigkeit vom Alter bei postmenopausalen Frauen 5,8-29/1000/Jahr und bei Männern 3,3-13.6/1000/Jahr [1] [2] [3]. Die Inzidenz für nicht-vertebrale Frakturen liegt bei Frauen älter als 50 Jahre bei 19/1000/Jahr und bei Männern über 50 Jahre bei 7,3/1000/Jahr [1] [2] [3]. Verschiedene Faktoren sind für die Unterschiede in der Prävalenz und Inzidenz der osteoporotischen Frakturen zwischen Frauen und Männern verantwortlich. Einige der zugrunde liegenden Unterschiede sind die geringere Lebenserwartung von Männern, die menopausebedingte Ovarialinsuffizienz bei Frauen, sowie geschlechtsspezifische Unterschiede in der Knochengeometrie und den Knochenumbauvorgängen [4]. Osteoporotische Frakturen sind assoziiert mit einer erhöhten Morbidität (Pflegebedürftigkeit 20 %, auf fremde Hilfe angewiesen bis 50 %) und erhöhten Mortalität (20-25 % für Frakturen des proximalen Femurs) sowie hohen Kosten.

Die Knochenmasse in einem bestimmten Alter wird bestimmt durch den Knochenmassenaufbau während der Adolezenz und dem frühen Erwachsenenalter und dem Ausmaß des anschließenden Knochenmassenverlustes. Zusätzliche Faktoren stellen bei der Frau vor allem die Menopause, bei beiden Geschlechtern der Alterungsprozess oder zusätzliche Krankheiten, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen, dar. Die maximale Knochenmasse, die in der Regel gegen Ende des zweiten Lebensjahrzehntes erreicht wird, ist gleichermaßen bei Frauen und Männern abhängig von genetischen Faktoren, den Sexualhormonen, dem Lebensstil,

Genetische Faktoren spielen größte Rolle beim Erreichen der maximalen Knochenmasse

der mechanischen Belastung (körperliche Aktivität) und Exposition von Risikofaktoren (Tab. [1]) [5]. Der genetische Einfluss spielt beim Erreichen der maximalen Knochenmasse sicher die größte Rolle.

Tab. 1 Faktoren die das Ausmaß der maximalen Knochenmasse beeinflussen Heredität mechanische Faktoren- körperliche Aktivität- Körpergewicht Geschlecht Risikofaktoren-Exposition- Rauchen- Alkohol- u. a. Ernährung- Gesamtkalorienzufuhr- Einweißeinnahme- Kalziumeinnahme endokrinologische Faktoren- Sexualhormone- Vitamin D/Kalzitriol- „Insulin-like Growth Factor I”

Die hauptsächlichen Ursachen für den Knochensubstanzverlust in der 2. Lebenshälfte, und damit für die Entstehung der postmenopausalen Osteoporose, ist der Östrogenmangel in der Menopause, das Altern und die Alterungsprozesse, Lebensstil und Umweltfaktoren, sowie Krankheiten, die zu einem vermehrten Knochensubstanzverlust führen [4] [6] [7] [8]. Bei den Frauen überwiegt die primäre Form der Osteoporose infolge Menopause und des Alterns, die sekundären Formen sind seltener. Bei Männern finden sich in ca. 50 % sekundäre Formen von Osteoporosen.

Literatur

PD Dr. med. Marius Kraenzlin

Universitätsspital Basel

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