Der Opsoklonus ist eine seltene Augenbewegungsstörung, die sich am häufigsten im Kindesalter
als paraneoplastisches Opsoklonus-Myoklonus-Syndrom bei Neuroblastomen manifestiert.
Im Erwachsenenalter tritt ein Opsoklonus hingegen seltener auf. Neben meist postinfektiösen
oder viralen Ursachen sind auch paraneoplastische und mit onkoneuronalen Antikörpern
assoziierte Opsokloni in Zusammenhang mit gynäkologischen oder pulmonalen Tumoren
beschrieben.
Die vorliegende klinische Fallsammlung berichtet über drei weitere Fälle seltener
Ursache eines nicht paraneoplastischen Opsoklonus im Erwachsenenalter. Neben einem
sogenannten idiopathischen Opsoklonus konnte in zwei weiteren Fällen eine postinfektiöse
und mit entzündlichen Liquorveränderungen einhergehende Ursache im Rahmen einer systemischen
Chlamydien- bzw. Mykoplasmeninfektion nachgewiesen werden. Postinfektiöse Opsokloni
sind in Zusammenhang mit Virusinfekten häufiger dokumentiert, das Auftreten eines
Opsoklonus bei den von uns nachgewiesenen Erregern ist dabei erst sehr selten beschrieben
worden.
Die vorgestellten Fälle erweitern somit das differentialdiagnostische Spektrum dieser
insgesamt seltenen Augenbewegungsstörung.