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DOI: 10.1055/s-2004-832522
Taurolidin induziert Apoptose und Nekrose in Melanomzellen
Taurolidin, ein Derivat der Aminosäure Taurin, verfügt über zytotoxische, bakterizide und anti-adhärente Eigenschaften und wird seit vielen Jahren bei der Behandlung schwerer chirurgischer Infektionen (z.B. Peritonitis) eingesetzt. In-vivo und in-vitro hemmt Taurolidin dosisabhängig das Wachstum von Kolonkarzinomzellen und vermindert in Tiermodellen die Frequenz von Metastasen. Erste klinische Erfahrungen der intravenösen Therapie maligner Tumoren erstrecken sich auf zahlreiche Entitäten (z.B. Magenkarzinom, Ovarialkarzinom, Kolonkarzinom, Glioblastom). Der Mechanismus der anti-neoplastischen Wirksamkeit ist noch nicht genau bekannt, jedoch weiß man, dass Taurolidin Apoptose und Nekrose induzieren kann und eine Hemmung von VEGF und TGFβ bewirkt. Wir fragten uns, wie Melanomzellen hinsichtlich der Wirkung von Taurolidin zu sehen sind und haben für die Beantwortung dieser Frage die etablierten Melanomzelllinien SK-MEL 28 und MeWo, sowie zwei frisch etablierte Melanomzelllinien untersucht und haben zusätzlich gefragt, ob Zytokine die Empfindlichkeit von Melanomzellen modulieren können. In Dosisbereichen zwischen 0 (Kontrolle) und 1 mM Taurolidin, (auch für therapeutische Applikationen relevant) fand sich eine dosisabhängige Apoptose (0 bis 69%) in den primären Melanomzelllinien, während höhere Dosen mit einer zunehmenden Nekrose (bis 100%) und entsprechend geringerer Apoptose der Zellen assoziiert war (Annexin V/APO-BRDU/Propidium-Jodid). Dieses Phänomen war deutlich geringer bei SK-MEL 29 und MeWo zu beobachten, bei denen selbst 1 mM nur <10% Apoptose induzierten. Generell wurde Apoptose zuerst nach 12h gemessen, war nach 24 maximal und konnte durch verlängerte Inkubationen bis 48h nicht gesteigert werden. Die Zugabe von der Zytokine IFNγ, TNFα, IL-1α, IL-1β, TGFβ oder IL-6 in weiten Dosisbereichen entweder als Monosubstanzen oder als Kombinationen führten nicht zu einer wesentlichen Modulation der Apoptose/Nekrose induzierenden Wirkung von Taurolidin. Diese Untersuchungen weisen darauf hin, dass Taurolidin möglicherweise in-vivo bei Melanommetastasen wirksam sein kann.