Klin Monbl Augenheilkd 2004; 221 - R44
DOI: 10.1055/s-2004-828755

Endophthalmitis – Update

B Wiechens 1
  • 1Augenklinik des Klinikums Hannover

Die Endophthalmitis stellt eine schwerwiegende Infektion des Augeninneren dar. Sie ist charakterisiert durch eine Entzündungsreaktion als Folge einer exogenen Infektion durch Bakterien (85%), Pilze (10%), Viren (5%) oder Parasiten (<1%). In seltenen Fällen kann auch eine endogene Erkrankung für ihre Entstehung verantwortlich sein. Differenzialdiagnostisch abzugrenzen sind Maskeradesyndrome.

Die häufigsten Ursachen der – meist akuten – bakteriellen Endophthalmitiden sind operative Eingriffe (ca. 70%) und perforierende Augenverletzungen. Pilz-, virus- oder parasitenbedingte Endophthalmitiden treten häufig bei immunkompromittierten Patienten auf. Ihr Verlauf ist eher schleichend.

Die durch den Zerfall von Leukozyten freigesetzten proteolytischen Enzyme sowie Erregertoxine können eine vollständige Zerstörung intraokularer Strukturen bewirken. Unbehandelt führt daher eine Endophthalmitis häufig zur Erblindung mit nachfolgender Phthisis bulbi.

Standardtherapie ist die intravitreale Injektion von Antibiotika oder Antimykotika allein oder in Kombination mit der Vitrektomie mit zusätzlicher medikamentöser Behandlung. Umstritten ist jedoch der Stellenwert systemischer Antibiotika und der Zeitpunkt der Vitrektomie.

In diesem Referat sollen die Ergebnisse wichtiger und neuer Studien diskutiert und daraus resultierende Empfehlungen gegeben werden.