Ziele: Evaluierung der 1H-Prostata-Spektroskopie als Bestandteil eines Standard-Sequenzprotokolls
im Rahmen der klinischen Prostata-MRT-Diagnostik. Methode: Die Prostata-Spektroskopie-Sequenz ist eine Hybrid-CSI-Sequenz, die eine 3D-volume-of-interest-Selektion
mit Phasenkodierung in allen 3 Richtungen mit Fett-/Wasser-Spektralunterdrückung ermöglicht.
Das Sequenzprotokoll besteht aus T2-gewichteten TSE-Sequenzen für die sagittale, coronare
und axiale Schnittebene sowie einer axialen T1-gewichteten SE-Sequenz für den Lymphknotenstatus.
Für die Bildgebung wurde die Kombination einer Endorektalspule mit einer Phased-array-Spule
benutzt. Die Verlässlichkeit der Methode mit Auswertung der Cholin- und Citratintegrale
wurde an 25 Patienten mit histologisch gesichertem Prostatakarzinom überprüft. Das
Patientengut konzentrierte sich auf Patienten mit klinisch erhöhten PSA-Werten und
negativen oder noch nicht erfolgten Biopsien. Ergebnis: Die Untersuchungszeit betrug 30 Minuten inklusive 1H-MRS-Messung, so dass eine Implementierung
der Spektroskopie in den klinischen Routinebetrieb möglich war. Von 40 untersuchten
Patienten wiesen 17 Patienten die oben genannten Kriterien (erhöhte PSA-Werte und
negative Biopsie) auf. Bei 5 Patienten konnten pathologisch erhöhte Cholinwerte sowie
erniedrigte Citratwerte identifiziert und mit verdächtigen Läsionen der peripheren
Zone korreliert werden. 8 Patienten zeigten normale Metabolitenwerte bei hypointensen
Arealen im Bereich der peripheren Zone. 4 Patienten zeigten eine unauffällige periphere
Zone in Korrelation mit normalen Cholin und Citratwerten. Bei 10 Patienten wurde eine
MR-gesteuerte Biopsie der Prostata durchgeführt, die in 7 Fällen zu einer Bestätigung
der spektroskopisch erlangten Diagnose führte. Schlussfolgerung: Das optimierte Sequenzprotokoll ermöglicht die routinemäßige 1H-Prostata-Spektroskopie
in Kombination mit MRT-Bildgebung und erlaubt eine verbesserte Detektion potentiell
maligner Läsionen.
Schlüsselwörter
Prostata - Spektroskopie - MRT