Klin Monbl Augenheilkd 2004; 221 - KV112
DOI: 10.1055/s-2004-820179

Vergleich von Laser Interferometrie, Immersions-Ultraschall-Biometrie und Ultraschallbiomikroskopie bei der Vorderkammmertiefenmessung

H Hasche 1
  • 1Würzburg

Hintergrund: Die optische Kohärenzbiometrie zur Achsenlängenmessung hat sich heute als Alternative zur Ultraschallbiometrie etabliert. Die simultane Teilstreckenmessung von Vorderkammertiefe und Linsendicke ist mit kommerziellen Geräten bislang nicht möglich, wird aber derzeit entwickelt.

Methoden: Wir bestimmten die Vorderkammertiefen phaker und pseudo-phaker Augen mit 3 verschiedenen Verfahren. Als Referenz wurde das Grieshaber Biometric System (GBS) im Immersionsverfahren eingesetzt. Die laserinterferometrische Messung (PCI) erfolgte mit einem Prototypen des weiterentwickelten Zeiss IOLMaster (IOLMaster focus). Zusätzlich wurde die Distanz vom vorderen Hornhautscheitel bis zur Linsenvorderfläche mittels Ultraschallbiomikroskopie (UBM, Zeiss Humphrey UBM 840) ermittelt.

Ergebnisse: Für den Vorderkammertiefen-Zusammenhang PCI vs. UBM ergab sich ein Korrelationskoeffizient von 99.51% (n=14), für PCI vs. GBS 99.07% (n=56). Für die vom vorderen Hornhautscheitel bis zur Linsenvorderfläche definierte Vorderkammertiefe erhielt man effektive Brechungsindices von nVkeff =1.3992±0.0083 (PCI vs. UBM) bzw. 1.3873±0.0049 (PCI vs. GBS).

Schlussfolgerungen: Der Prototyp des Zeiss IOLMaster focus erlaubt hochpräzise kontaktlose Messungen des okularen Vorderabschnitts. Über die gemessenen effektiven Brechungsindices ist ein problemloser Anschluss an etablierte Ultraschallverfahren möglich.