Endoskopie heute 2003; 16(4): 200-207
DOI: 10.1055/s-2003-819990
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Management der Dysphagie - Sicht des Gastroenterologen

Management of Dysphagia View of the GastroenterologistH. D. Allescher1 , M. Storr1
  • 1Zentrum für Innere Medizin, Klinikum Garmisch-Partenkirchen · Arbeitsgruppe Gastrointestinale Physiologie, Medizinische Klinik II, Technische Universität München
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Publication Date:
19 February 2004 (online)

Zusammenfassung

Der Schluckakt ist ein komplexer Vorgang, der einen willkürlichen und einen unwillkürlichen Prozess miteinander verbindet. Je nachdem, ob der Patient Probleme beim Abschlucken oder beim Transport nach dem eigentlichen Schluckakt hat, unterscheidet man eine oro-pharyngeale Dysphagie und eine ösophageale Dysphagie. Die Diagnostik und die Therapie der Dysphagie involviert eine Vielzahl von unterschiedlichen Fachdisziplinen und Techniken, und vor allem bei komplexeren Störungen empfiehlt sich ein Management im Rahmen eines interdisziplinären Schluckzentrums. Ursachen für die ösophageale Dysphagie sind einerseits die Motilitätsstörungen der Speiseröhre wie die Achalasie, der diffuse Ösophagospasmus oder sekundäre Motilitätsstörungen im Rahmen von Systemerkrankungen, andererseits Entzündungen der Speiseröhre durch virale oder Pilzinfektionen, durch Schleimhautschädigung durch Säure, Medikamente oder im Rahmen von Autoimmunerkrankungen. Die wichtigste Ursache sind aber strukturelle Erkrankungen der Speiseröhre wie benigne und maligne Ösophagustumoren, peptische Stenosen, Divertikel, Webs oder Ringe. Diese strukturellen Ursachen müssen immer durch eine Endoskopie ausgeschlossen werden. Die Abklärung beruht entscheidend auf der Endoskopie der Speiseröhre, ergänzt durch Funktionsdarstellungen (Röntgen-Breisschluck) oder Funktionsuntersuchungen (Manometrie, pH-Metrie) der Speiseröhre. Je nach zugrunde liegender Erkrankung bieten sich spezifische medikamentöse Therapieansätze wie Säureblockade, antivirale oder antimykostische Therapie oder unspezifische Maßnahmen wie Bouginage, Dilatation oder die Implantation von Stents an. Bei spastischen Motilitätsstörungen steht mit der Botulinum Toxin Injektion ein neues Therapieverfahren zur Verfügung.

Abstract

Swallowing is a complex mechanism involving a voluntary and autonomic mechanisms. Dysphagia can be charactericterized as oro-pharyngeal dysphagia involving preparation of the bolus and deglutition and esophageal dysphagia characterized by an impairment of the bolus transport. Diagnosis and treatment of swallowing disorders involves a variety of disciplines and should be best performed in an interdisziplinary swallowing group or center. Esophageal dysphagia can be caused by esophageal motility disorders such as achalasia or diffuse spasm, by inflamation due to viral, fungal infections or due to irritarion by acid reflux or medication. Futhermore involvement in systemic disorders or strucutral causes such as benign or malignant tumors, diverticula, webs or rings can cause dysphagia. Diagnosis is heavily dependent on endoscopy, functional studies such as manometry or barium swallows. Treatment involves specific treatment such as acid blockade, antifungal or antiviral medication or unspecific treatments such as dilatation or bouginage. In spastic disorders injection of botulinum toxin offers a new treatment alternative.

Literatur

Prof. Dr. med. Hans-Dieter Allescher

Zentrum für Medizin

Klinikum Garmisch-Partenkirchen

Auenstr. 6

82467 Garmisch-Partenkirchen

Email: Hans.Allescher@klinikum-gap.de

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