Endoskopie heute 2003; 16(2): 105-109
DOI: 10.1055/s-2003-41950
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Sind Colitis ulcerosa-assoziierte Neoplasien und sporadische Adenome zu unterscheiden?

Can Colitis Ulcerosa-Associated Neoiplasms and Sporadic Adenomas be Distinguished?M. Vieth1 , R. Kiesslich2 , M. Stolte3
  • 1Institut für Pathologie, Otto-von-Guericke Universität, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg,
  • 2I. Med. Klinik und Poliklinik. Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
  • 3Institut für Pathologie, Klinikum Bayreuth, Preuschwitzer Str. 101, 95445 Bayreuth
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Publication Date:
16 September 2003 (online)

Einleitung

Die Dysplasie bei Colitis ulcerosa ist definiert als zweifelsfreie intraepitheliale Neoplasie [1] [2]. Da der Begriff „Dysplasie” trotz dieser eindeutigen Definition in den letzten 10 Jahren vielfach auch für regeneratorische Veränderungen benutzt worden ist, ist dieser Begriff in der neuen WHO-Klassifikation jetzt durch „intraepitheliale Neoplasie” ersetzt worden. Im Kolon bei Colitis ulcerosa können auch sproadische kolorektale Adenome entstehen, die ebenfalls als intraepitheliale Neoplasien mit gut definierten makroskopischen und histologischen Kriterien charakterisiert sind [3]. Liegt ein sporadisches kolorektales Adenom bei Colitis ulcerosa vor, ist die Polypektomie ausreichend. Selbst wenn in diesen sproadischen kolorektalen Adenomen eine hochgradige intraepitheliale Neoplasie oder ein gut bis mäßig differenziertes Adenokarzinom ohne Lymphgefäßeinbrüche und ohne hochgradige Tumorzelldissoziation mit Invasion bis in das obere oder mittlere Drittel der Submukosa nachzuweisen ist, reicht die endoskopische Polypektomie im Gesunden aus [3]. Wenn andererseits keine sporadischen Adenome, sondern Colitis ulcerosa-assoziierte intraepitheliale Neoplasien vorliegen, ist bekannt, dass in diesen Fällen die Gefahr der Entstehung eines Colitis-assoziierten Adenokarzinoms [4] [5] [6] [7] [8] [9] besteht, so dass dann die Indikation zur Proktokolektomie gegeben ist [10] [11] [12]. Aus diesem Grund ist die Unterscheidung zwischen Colitis-assoziierten Neoplasien und sporadischen Adenomen bei Patienten mit Colitis ulcerosa klinisch besonders wichtig.

Ziel dieser Studie ist die Überprüfung der differenzialdiagnostischen Kriterien [13] durch eine Follow-up-Untersuchung eines relativ großen Kollektivs der Patienten mit Colitis ulcerosa und unterschiedlichen Neoplasien.

Literatur

Dr. med. M. Vieth

Institut für Pathologie · Otto-von-Guericke Universität

Leipziger Str. 44

39120 Magdeburg

Phone: 03 91/6 71 58 17

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