Diabetes aktuell 2018; 16(02): 48-50
DOI: 10.1055/s-0044-101773
Gesellschaft
VDBD
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Screening ist durchaus sinnvoll

Mikronährstoffmangel unter Metformin – in der Praxis nihct im Fokus
Jonas Mittag
1  RED Institut für medizinische Forschung und Fortbildung GmbH, Oldenburg i. Holst. mittag@red-institut.de
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Publication Date:
13 June 2018 (online)

Von Müdigkeit und Konzentrationsschwäche bis hin zu einer makrozytären Anämie oder einer Demenz reichen die potenziellen Symptome bzw. Manifestationen eines bestehenden Vitamin-B12-Mangels. Dass eine Medikation mit Metformin das Risiko für eine Vitam-B12-Malabsorption erhöht, ist zwar in klinischen Studien gut belegt, wirklich in der Praxis angekommen ist das Wissen ob dieser unerwünschten Metforminwirkung allerdings nicht. Um frühzeitig potenziellen irreversiblen neurologischen Manifestationen entgegenwirken zu können, wird empfohlen, Patienten mit Typ-2-Diabetes, die länger als 1 Jahr mehr als 1000 mg Metformin täglich einnehmen, zu screenen – und zwar insbesondere solche, die noch weitere Risikofaktoren aufweisen. Auch eine kalziumreiche Ernährung mit Milch und Milchprodukten oder kalziumreichem Gemüse (z. B. Grünkohl, Spinat, Brokkoli, Porree) ist sinnvoll, da die Studienlage nahelegt, dass sich damit die Vitamin-B12-resorptionssenkenden Effekte von Metformin reduzieren lassen.